#21 11.05.2018, 17:18
muggel Anwesend
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Beiträge: 585


Betreff: Re: insitu <-> Erfahrung
*ironie an* was für eine tolle antwort *ironie aus*
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#22 11.05.2018, 18:39
EinOhrHase Abwesend
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Beiträge: 605


Betreff: Re: insitu <-> Erfahrung
Liege ich da richtig, dass die Insitu-Messung "lediglich" die Schallstärke zwischen Hörgerät und Trommelfell misst?
Werden da sämtliche Frequenzen überprüft (die verstärkt werden sollen)?

Wenn ich mich da an die Einstellung meines Geräts denk, wurden die Frequenzen zu der gemessenen Hörkurve ganz anders eingestellt (also entgegen der Vorgabe durch die Software).

Das würde also heissen, dass die Insitu-Messung eine (nachträgliche) individuelle Einstellung durch den Akustiker nicht immer ausschliesst - analog zum Schwerhörigkeitsgrad....?

Da früher solche Messungen nicht sehr oft, zumindest bei mir nicht / nie durchgeführt wurden (vor 1990) hatte ich nicht das Glück, so einer Messung bei zu wohnen....

Gruss
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

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#23 11.05.2018, 20:57
Skunkdude Abwesend
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Betreff: Re: insitu <-> Erfahrung
Hallo Einohrhase,

ja, da liegst du richtig. Insitu-Messungen zählen zu den objektiven Messverfahren in der Hörakustik. Die Messung hat Stärken und Schwächen - zum Beispiel kann zwar bestimmt werden, ob ein bestimmter Wert am Trommelfell ankommt (-> ob die "Zielwerte/Zielkurven" erreicht werden"), wie der Hörgeräteträger damit umgeht, also was hinter dem Trommelfell passiert, sehen wir aber nicht.
Gut ist diese Messung um Vergleichbarkeit im Test verschiedener Modelle herzustellen, da die Herstellereigenen Voreinstellungen oft sehr unterschiedlich sind, selbst wenn sie nach gleicher Strategie (vgl. Anpassformel) eingestellt sind.

Die Insitumessung hat in den letzten Jahren ein kleines Comeback erfahren, als das ISTS (International Speech Test Signal) erschienen ist, mit dem in nur einem Messdurchlauf auch eine Aussage über Kompressionen getätigt werden kann. Außerdem dürfen bei diesem Signal alle Features in den HG aktiv bleiben, es wird also in Trageeinstellung gestestet.

Eine Insitu-Messung muss das nachträgliche bearbeiten einer Einstellung nicht ausschließen! Es ist (rein aus meiner Sicht) eine gute Möglichkeit verlässliche Aussagen über den Einfluss z.B. einer Otoplastik zu bekommen, kann dem Troubleshooting dienen, um schwer greifbare Kundenaussagen in verwertbare Daten umzuwandeln und um die angesprochene Vergleichbarkeit herzustellen. Eine Abfrage und damit verbundene klanglich individuelle Einstellung ersetzt sie nicht. Ist aber nur meine Meinung Smiling

[Edit] Du hast auch nach den Frequenzen gefragt, die verwendet werden. Das kommt auf das Testsignal an. Es gibt Frequenzdurchläufe deren Start- und Endfrequenz bestimmt werden können. Das ISTS hat ein festes Spektrum, verschiedene Rauscharten ebbenfalls.

Schönes Wochenende!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 11.05.2018, 20:59 von Skunkdude. ↑  ↓

#24 12.05.2018, 14:33
EinOhrHase Abwesend
Moderator
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Betreff: Re: insitu <-> Erfahrung
@Skunkdude

Unterm Strich gesehen kann mit Insitu quasi festgestellt werden, ob zB die Otoplastik die Verstärkung nachteilig beeinträchtig? Abgesehen von den - manchmal mageren - Erklärungsversuche der HG-Träger...... Wink

In meinem Fall als BAHA-Träger ist so eine Messung nicht durchführbar und der Akustiker ist "gezwungen", sich auf meiner Erklärungen zu verlassen.
Auch ein Grund, weshalb die (genauere) Anpassphase so lang dauert / dauern kann.

Ebenso ein schönes Wochenende :-)
Gruss
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
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#25 14.05.2018, 09:59
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 1.383


Betreff: Re: insitu <-> Erfahrung
Insitu-Perzentilanalyse ist im Grunde eine schöne Sache, um zu sehen, was denn am Trommelfell ankommt. Leider ist da noch eine große Ungenauigkeit drin, und zwar die angezeigte Luftleitungs-Hörschwelle. Diese ist nämlich auch nur geschätzt, weil die Audiometrie-Kopfhörer auf ein "Normalohr" kalibriert sind, und diese Ungenauigkeit auch durch die Messung der REUG (natürliche Verstärkung des unversorgten äußeren Ohrs) nur zum Teil kompensiert wird.

Die Intention, mittels Insitu "genau auf Ziel" anzupassen, ist für einen objektiven First Fit ganz nett. Am sinnvollsten ist Insitu aber, um irgendwelche ungeahnten Resonanzspitzen oder ähnliche Ausreißer in der Verstärkungskurve zu isolieren und glattzulutschen.
Allons-y!
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