Hallo Ihr Alle!
Wenn da irgendeine Fachkraft behauptet, dass da was angeblich "nötig sei", dann halte ich das - gelinde gesagt - für ausgesprochenen Schwachsinn!
Warum?
Frühkindliche schwerhörige Menschen müssen sich "IHR Hören" lebenslang erarbeiten, in jeder Situation.
Es gibt kein Hören, dass für einen Schwerhörigen ohne jegliche Anstrengung passiert.
Klar, es gibt die Hörgeräte.
Aber dann, wie geht es weiter? ...im Alltag. Also überall da, wo sich Fachkräfte, die irgendwas als "nicht nötig" erachten, offenbar keine Gedanken drum machen, wie es wohl ablaufen wird?
- Wie läuft die Kommunikation ohne die Hörgeräte, weil das Kind bald schlafen geht oder noch nicht angezogen ist?
- Kommunikation im Schwimmbad, in der Badewanne oder Dusche, beim Akustiker?
- Hörgeräte kapputt oder Gehörgangs-Entzündung: Kommunikation wie?
- Abstand für Kommunikation per Lautsprache zu gross, darum nur Visueller Kontakt möglich? Wie?
- Kommunikationsbedingungen per Lautsprache sehr ungünstig, weil zu laut oder zuviel Störschall?...Bus, U-Bahn, S-Bahn, Flugzeug, Auto, Auto mit Eltern vorne (Kommunikation per Rückspiegel), Aufenthalt im Restaurant mit Musikbeschallung, Familienfeiern.....
Ach, was geniiiiesse ich meinen Entschluss, die DGS (Deutsche Gebärdensprache) zu lernen.
Ich kann jetzt mit den Kids einfach den am besten geeigneten Sprachmodus auswählen....kann entsprechend der sensorischen Bedingungen wechseln.
Ich finde es ober-unsinnig, mich an die hausgemachten Regeln der Lautsprache-Gesellschaft zu halten.
Wir leben hier mit besonderen sensorischen Bedingungen. Da brauche ich Wahlmöglichkeiten, die unseren Bedingungen angepasst werden können.
Weiterhin:
Ich für mich hab auch die Entscheidung getroffen, gezielt DGS zu lernen (und...zu üben!) Warum?
Einerder bisher absolvierten 12 GS-Kurse war ein LBG-Kurs.
Mann, war das anstrengend! So was von langatmig!
Der Unterschied ist ungefähr so, wie wenn man als Fussgänger an Land ist (Hörende)
Dann sieht man Seelöwen an Land (GL im lautsprachlichen Kontakt mit Hörenden)....Im nächsten Moment sieht man sie ins Wasser gleiten und los....weg sind sie....
Sofern man als Fussgänger sich nun dieses fremde Element aneignen will, indem halt immer weiter "läuft", zwar im Wasser....aber halt läuft, ist das alles so wahnsinnig schwer.
Aber sowie man versucht, es den Seelöwen schwimmend gleichzutn, wird die Kommunikation dem Element angemessen.
DGS ist ne richtige Sprache...genauso wie Lautsprach-Englisch oder Lautsprache-Französisch und so weiter.
Aber DGS ist halt eine der Visuellen Sprachen.
Alle (Hörenden) finden eine möglichst gut ausgebildete (Laut-)Sprachkompetenz wichtig. Nun, (Deutsche) Gebärdensprache ist ebenfalls Sprache. ....Konsequenz?
Für mich ganz klar!
lg von Inge