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Schule und Co!

Verfasst: 21. Okt 2006, 04:55
von Dragon74
Hallo zusammen!
Ich konnte nicht schlafen und hab ein bischen gegoogelt. Was mir dabei immer wieder aufgefallen ist, daß einige Eltern extreme Vorurteile gegenüber "normalen" Schulen haben, wenn ihre Kinder schwerhörig sind (nicht nur auf diesem Board). Ich selbst habe eine "normale" Realschule besucht und anschließend auf einer Berufsschule mein ganz "normales" Fachabitur gemacht. Ich habe mich also regelrecht "durchgebissen", was zu meinem Selbstbewußtsein einiges beigetragen hat. Ohne Arrogant zu sein, kann ich sagen, daß ich meine Abschlüsse auf normalen Schulen besser absolviert habe, als mancher "Normalhörender"! Klar, es war schwerer, mit meiner Behinderung die gleichen Leistungen zu bringen, wie andere. Aber so einfach wie möglich ist nicht zwangsläufig der bessere Weg! Mitschüler lästern und tuscheln und manchmal können Kinder ja so gemein sein. Doch im Endefekt akzeptieren sie einen, so wie man ist! Wo ich herkomme und aufgewachsen bin, fragt mich niemand nach meiner Ohrmuscheldysplasie oder nach meinem BAHA. Von meinen Freunden werde ich manchmal Cyberrobin genannt, wegen dem Implantat, was aber nie böse gemeint ist. Meine Eltern sind damals zu den Lehrern gegangen und haben ihnen die Situation erklärt. Wenn ich dann nach dem Unterricht ein paar Fragen hatte, wurden sie mir prompt beantwortet. Die Lehrer können nämlich durchaus unterscheiden, wer kein Bock und wer es wirklich nicht verstanden hat, vor allem wenn sie die Situation kennen. Manchmal habe ich den Eindruck, daß unsere Jugend einfach vollkommen verweichlicht ist und dabei noch von ihren Eltern unterstützt wird.
"Ich bin behindert und andere sind blöde! Ich kann aber nichts dafür!"
Gruß
Robin
P.S.: Ich möchte niemanden mit dem Artikel angreifen, lediglich zum nachdenken anregen!
:D
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[Editiert von Dragon74 am: Samstag, Oktober 21, 2006 @ 05:21][/size]

Re: Schule und Co!

Verfasst: 21. Okt 2006, 11:15
von Loulou
Hallo Robin,

ich habe eine Tochter von 10, letzte woche wurde bei ihr sh diagnostiziert. sie geht auf eine normale weiterführende schule, gesamtschule.

ich möchte sie auch gern auf der schule lassen. sie hat sich in der grundschule gut durchgeboxt. die sh ist ihr und mir immer aufgefallen (das ausmaß war mir nur nicht klar), aber sie wurde nicht diagnostiziert.

in der 4. klasse hatte sie arge probleme, da die lehrerin sie nicht ernst nahm und sagte, sie sei nur unkonzentriert und höre nicht zu. loulou hat das, so ziemlich ohne klagen durchgestanden und jetzt tut es mir unglaublich weh. ich hoffe, dass sich dies nicht an der jetzigen schule fortsetzt.

Werde auch die Lehrer und die klasse genaustens informieren und ich glaube, dass sie ihren weg gehen wird. sie hat trotz sh ziemlich gut sprechen gelernt und wenn sie jetzt hört...

Als Mutter, Krankenschwester und Lehrerin kann ich persönlich nur sagen, dass alle kinder in regelschulen integriert werden sollten (mit ensprechend geschultem Personal natürlich) um einen positiven Effekt für das gesamte Sozialverhalten der Jugend zu tun. Man sollte die Éinen (Kinder mit Behinderung) nicht verstecken und die Anderen (Kinder ohne Behinderung)sollten aus ihrer heilen Welt geholt werden und sich mit allen Menschen auseinander setzten lernen.

Viele Grüße

simon


Re: Schule und Co!

Verfasst: 13. Nov 2006, 17:47
von carole
hallo robin,

also ich habe deinen artikel erst jetzt gelesen und denke wirklich dass es eine wahnsinnsleistung ist die regelschule zu besuchen als hörtgeschädigter - ich selber hab die regelschule während meiner berufsausbildungen gemacht und ich würde mich auch nie wieder dafür entscheiden - aber jedem das seine und so wie er es kann.

ich denke aber wenn man freunde in der klasse hat und die konstellation ok - auch mit den dozenten -ist dann halte ich das für möglich - ansonsten hab ich die erfahrung gemacht, dass man ganz schön verloren dastehen kann - ist nicht so der hit.

gruss carole

Re: Schule und Co!

Verfasst: 14. Nov 2006, 08:07
von Momo
Hallo Robin
hab auch jetzt erst hier gelesen.
Ich denke so poauschal kann man das gar nicht sagen. Manche Kinder haben sicher gute Chancen auf der Regelschule, andere wiederum wären schlichtweg rein sprachlich schon so gefordert, dass sie sich auf den Rest entweder gar nicht konzentrieren können oder es einfach sprachlich nicht verstehn.
Mein Sohn besucht zur Zeit das letzte Jahr Kiga und wird nächstes Jahr (in die Regelgrundschule) eingeschult. Es sind dort jedoch einige Kinder, die es einfach nicht schaffen (aus verschiedenen Gründen). Und manche Eltern sind trotzdem am Überlegen, ob nicht doch Regelschule (und da stellt sich die Frage tut man dem Kind einen Gefallen damit?), weil sie Vorurteile gegenüber SH Schulen haben...nur mal so als Gedankenanstoss was Vorurteile in die andere Richtung angeht.

Gruss

Re: Schule und Co!

Verfasst: 14. Nov 2006, 08:41
von carole
hallo momo,

in der quintessenz ist es wirklich so: es kommt drauf an und vor allem kommt es drauf an, wird man von der familie unterstützt oder nicht, hat man ansprechpartner und hat die betroffene person zugang zu hilfmitteln. so gesehen muß alles berücksichtig werden.

ich bin davon überzeugt, dass wird dem hörgeschädigten alle mittel zur verfügung gegeben ist, das es braucht um mit der hörbehinderung teilhabe am gesellschaftlichem leben und bildungssystem gewährt, meistert er dies wie jeder andere auch.

:):):):):):):):):):)

in diesem sinne

Re: Schule und Co!

Verfasst: 3. Dez 2006, 15:14
von Grisu
Hallo, mein Sohn Dominic Mario wird Ende Dezember 11 Jahre alt. Er geht in eine Regelschule und ist ein hervorragender Schüler. Seine Schulkameraden lieben Dominic über alles. Es sind noch nie Hänseleien entstanden.
Sie kennen Dominic nicht anders als mit seinen blauen Hörgeräten.
Die einzigen Probleme wo er hat, wenn halt Hintergrundgeräusche vorhanden sind, da muss er halt ab und zu nachfragen. Z.B. auch in der Turnhalle fällt ihn das sehr schwer seinen Lehrer zu verstehen. Er kann aber jederzeit nachfragen. Ich bin glücklich so dass er ganz normal zur Schule gehen kann.
Sein Gehör hat zwar nochmals etwas nachgelassen und die Hörgeräte müssen nochmals stärker eingestellt werden aber er macht das super.

Seine Schwester ist neun geworden diesen Monat, habe schon lange lange das Gefühl dass sie nicht gut hört, auch der Lehrer beobachtet dies schon seit einiger Zeit. Sie versteht immer komplett was anderes oder macht nicht mit weil sie nicht weiss worum es sich handelt.
Habe mich jetzt entschieden mit Ihr zu einem guten HNO zu fahren.
Obwohl sie normal angefangen hat zu sprechen, Dominic hat ja erst vier Jahren angefangen.

Grüsschen aus den BErgen