Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

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Summerland
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Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#1

Beitrag von Summerland »

Ahoi.

Meine Mutter ist 87 Jahre alt und hat seit April 2024 ein Hörgerät, mit dem sie nicht wirklich gut zurechtkommt. Sie hat große Probleme, das Gerät einzusetzen und hat es deswegen nur wenig getragen. Dazu kommt, dass die Leistung des Geräts wohl nicht wirklich sehr gut ist; insbesondere beim Telefonieren hatten sie das Gefühl, sie hört eher schlechter als besser.
Ich hatte danach wiederholt angeboten, dass wir uns nach einem anderen Gerät umgucken können und sollten, aber bis vor kurzem ist sie darauf nicht eingegangen. Sie war der Ansicht, sie kommt noch ganz gut ohne zurecht.

Jetzt war sie aber vor kurzem bei einem nachmittäglichen Kaffeetrinken und da ist ihr wohl sehr aufgefallen, dass sie manchen Gesprächsteilen schwer folgen kann. Und jetzt konnte ich sie überzeugen, dass sie ein neues Gerät braucht.

Sie wohnt in einem kleinen Ort, in dem es eine Geers-Filiale gibt, von der sie das Gerät hat. Des weiteren gibt es eine Filiale von Amplifion und einen Hörakustiker, der zu einer kleineren Kette gehört, die im Umkreis einige Läden hat. Da Sie die Bedienung bei Geers nett findet, möchte sie aber dort wieder hin. Das schränkt natürlich die Auswahl etwas ein.

Ich möchte mich vorab so gut wie möglich informieren, damit die Sache diesmal einen echten Mehrwert hat und wäre dankbar für Beratung hier im Forum.

Dazu ein paar Infos zum Hintergrund: Derzeit hat sie eine Basisversorgung. Das Gerät heißt Audio Nova T50 R 312 laut der Unterlagen, die ich mir von Geers habe zuschicken lassen. Das ist wohl die absolute Basisversorgung, soweit ich das übersehe.

Wie geschrieben, hat sie Probleme damit, das Gerät einzusetzen und das bezieht sich vor allem auf den Teil, der hinter das Ohr zu klemmen ist; das bekommt sie nur sehr schlecht hin. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Im-Ohr-Gerät ihr weniger Probleme machen würde, allerdings weiß ich nicht, ob das für die Schwere ihrer Hörstörung passt. Wobei ich mir auch schon gedacht habe, na ja, vielleicht ist eine nicht perfekte Hörverbesserung durchaus eine Möglichkeit, wenn sie das Gerät dann besser einsetzen kann; dann trägt sie es wenigsten. Und ein halbvolles Glas ist besser als ein leeres.
Da ich nicht vor Ort bin (da liegen 250 km zwischen), kann ich ihr das Gerät leider nicht jeden Tag einsetzen. Und meine Mutter hat keine Lust auf Pflegedienst, wobei ich auch nicht weiß, ob die sowas machen würden. Also muss es eine Lösung geben, mit der sie selbst zurechtkommt.

Ich habe von Geers den Anpass- und Abschlussbericht bekommen. Da ich mich noch nie in meinem Leben mit Hörtests auseinandergesetzt habe, blicke ich nicht wirklich durch. Deshalb gebe ich erst mal Folgendes an (so wie es im Bericht steht):

Nutzschall 65db 65db
Störschall 60db

Ohne Hörsystem 55% 0%
Mit Hörsystem 90% 30%
Hörgewinn 35% 30%

Wenn weitere Daten gebraucht werden für eine Einschätzung, lasst es mich wissen.

Soweit.

Grüße :)
Ohrenklempner
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10

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#2

Beitrag von Ohrenklempner »

Huhu

ich hätte jetzt gesagt, dass sie einmal die Geräte kontrollieren lassen soll, ob da vielleicht etwas nicht in Ordnung ist. Sie hat immerhin 90% damit verstanden, als der Anpassbericht erstellt wurde. Das Audionova T50 entspricht einem MoxiFit 600 (Unitron) und ist eigentlich kein schlechtes Gerät in der Preislage.

Wenn sie aber ganz und gar nicht mit hinter-dem-Ohr klar kommt, bringt ihr das wohl auch nicht viel. Neue Hörgeräte wären auf jeden Fall eine reine Privatleistung, da die Krankenkasse nur alle sechs Jahre bezahlt.

Den Ergebnissen der Sprachmessung zu urteilen ist der Hörverlust allerdings noch nicht so schlecht und ein Im-Ohr-Gerät wäre wohl prinzipiell schon möglich.

Sie soll beim Akustiker nur aufpassen, dass ihr nichts aufgeschwatzt wird. Nicht dass sie (wieder) etwas nimmt, womit sie nicht zurecht kommt. Ich empfehle die beiden von dir genannten großen Ketten nur ungern (hoffentlich hab ich das blumig genug ausgedrückt :mrgreen: ) und würde lieber nach einer Alternative gucken.
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 🤓

Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten fragen Sie nicht mich sondern Ihren Hörakustiker (m/w/d)! 👍
Rancher
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2

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#3

Beitrag von Rancher »

:sm(133): hier im Forum.

Mit 250 km Entfernung ist es bestimmt nicht einfach, Deine Mutter zu unterstützen.

Um den Hörverlust Deiner Mutter besser einschätzen zu können, kannst Du das Audiogramm, das der Akustiker sicherlich gemacht hat, hier hochladen.

Je nachdem, wie lange Deine Mutter schon schlecht hört, kann die Gewöhnung an wieder besseres Hören eine Zeitlang dauern. Das geht aber nur, wenn sie das Hörgerät regelmäßig und lange trägt, denn das Gehirn muss sich auf verlernte Höreindrücke erst wieder einstellen. Ein Hörgerät in der Schublade nützt nämlich - genau - gar nichts. Und es nur herauszuholen, wenn man denkt, dass man es brauchen könnte, bringt - genau - nicht viel, weil das Gehirn von den "neuen" Geräuschen überfordert sein kann.

Die Fummelei mit Hörgeräten kann, wenn die Hände nicht mehr so gut mitspielen, schwierig sein. Ich denke aber, dass ein Gerät hinter das Ohr zu legen, einfacher ist, als ein ImOhrGerät in den Gehörgang zu pflimeln. Du schreibst nicht, ob Deine Mutter ein Ohrpassstück hat, oder ob der Lautsprecher ein Schirmchen hat. Bekommt sie denn den Lautsprecher ins Ohr?

Hat Deine Mutter denn Ihre Höreindrücke dem Akustiker gegenüber kommuniziert? Wurden verbessernde Einstellungen vorgenommen? Optimale Einstellungen für gutes Hören sind nur möglich, wenn man das mit dem Akustiker zusammen erarbeitet. Das kann auch über einen längeren Zeitraum gehen.

Bei Geers stellen sich bei einigen hier, auch mir, erstmal die Haare. Aaaber, wenn Deine Mutter sich dort wohlfühlt und sie es sich leisten kann, ist alles gut. Die Geers-Kette vertreibt nur eigene Hörgeräte aus der SONOVA-Gruppe und ist für ihre leider sehr hoch angesetzten Preise zusammen mit sportlichem Verkaufsgebaren bekannt. Dass sie Deiner Mutter nicht gleich das Teuerste verkauft haben, spricht vielleicht doch für diese Filiale. Wenn Deine Mutter Probleme mit dem Hören hat, sollte sie unbedingt den Akustiker aufsuchen, wenn nötig mehrmals, um weitere Feineinstellungen vorzunehmen. Wenn das Hörgerät, das ja recht neu ist, für ihren Bedarf bei der Anpassung geeignet war, sollte kein neues notwendig sein. Eine Krankenkasse würde nach diesem Zeitraum sowieso keines bezuschussen.

Edit: mittlerweile hat auch Ohrenklempner geschrieben, der vom Fach ist. Ja, und auch Amplifon hat seine Praktiken.
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gereon
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#4

Beitrag von gereon »

Vieles steht und fällt mit dem jeweiligen Personal bei den genannten Ketten. Es ist aber schön zu lesen, dass Euch bei G. nicht irgendwelche Servicepakete/ Wartungsverträge oder Schutzbriefe aufgeschwatzt worden sind. Denn das sind sonst oft gängige Praktiken von G. und A.
Hochgradig schwerhörig (rechts), links an Taubheit grenzend schwerhörig, Schwerhörig seit Geburt, aber Hörschädigung erst mit fünf festgestellt. Zeit Mai 2021 mit Phonak Naida Marvel 30 SP versorgt
Summerland
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#5

Beitrag von Summerland »

Ahoi und vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Rancher hat geschrieben: Die Fummelei mit Hörgeräten kann, wenn die Hände nicht mehr so gut mitspielen, schwierig sein. Ich denke aber, dass ein Gerät hinter das Ohr zu legen, einfacher ist, als ein ImOhrGerät in den Gehörgang zu pflimeln. Du schreibst nicht, ob Deine Mutter ein Ohrpassstück hat, oder ob der Lautsprecher ein Schirmchen hat. Bekommt sie denn den Lautsprecher ins Ohr?
Ich habe meine Mutter gerade explizit nochmal gefragt, was ihr beim Einsetzen Probleme macht und es ist tatsächlich nicht der Ins-Ohr-Teil, sondern das Teil außerhalb des Ohrs; das bereitet ihr besonders rechts Probleme, weil sie dort eine Mobilitätseinschränkung der Hand hat. Insofern wäre rein von der Handhabung ein ImOhrGerät wohl die bessere Lösung. Wenn das von ihren Hörwerten her passt, dann würde ich ihr genau das raten. Ich stelle für eine bessere Einschätzung auch das Audiogramm hier noch rein (Siehe Anhang)
Zu den Fragen: Zu Schirmchen kann ich nichts sagen, soweit ich das beurteile nein. Ein Ohrpasstück nein.
Ohrenklempner hat geschrieben:: Sie soll beim Akustiker nur aufpassen, dass ihr nichts aufgeschwatzt wird. Nicht dass sie (wieder) etwas nimmt, womit sie nicht zurecht kommt. Ich empfehle die beiden von dir genannten großen Ketten nur ungern (hoffentlich hab ich das blumig genug ausgedrückt ) und würde lieber nach einer Alternative gucken.

Na ja, um das Aufschwatzen zu verhindern, dafür mache ich das hier ja 😊
Ich habe mit meiner Mutter gerade auch darüber geredet und Geers ist nicht raus, aber ich „darf“ hier auch nach anderen Herstellern fragen.
Das mache ich dann auch gleich mal. Also wir haben in der Kleinstadt meiner Mutter Geers, Amplifon, Kind (vermutlich ähnlich wie die beiden anderen) und eine eher kleine Kette, die nur im Norden unterwegs ist, soweit ich das überblicke: Hörakustk Schmitz: https://hoerakustik-schmitz.de/ Falls die jemand kennt, wäre ich an einer Einschätzung sehr interessiert. Was die für mich besonders interessant macht, sie schreiben, sie beraten Herstellerunabhängig.

Wenn irgendmöglich wäre es super, wenn Ihr mir ein paar Gerätevorschläge macht, aber ich bin auch an allen Infos interessiert, die mit dem Einsetzen zusammenhängen; vielleicht kann man ihr das ja noch erleichtern oder vielleicht gibt es auch Geräte, die besonders gut/leicht einzusetzen sind.

Vielen Dank und Grüße in die Runde
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Rancher
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#6

Beitrag von Rancher »

Problematisch finde ich an Eurer Situation, dass Du gar nicht vor Ort bist und, glaube ich, auch keine Vorstellung davon hast, was Deine Mutter trägt. Du schreibst von "dem Teil, der hinters Ohr" kommt, was ist mit dem Teil, der ins Ohr kommt? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sie mit dem hinters Ohr stecken größere Schwierigkeiten hat, als mit ins Ohr stecken. Ein ImOhr-Gerät zu platzieren (und wieder herauszunehmen) dürfte doch schwieriger sein.
Dann finde ich die Frage nach einem anderen Gerät erst einmal nachrangig, da das Gerät doch quasi neu ist. Ich vermute, es liegt hier grundlegend eine fehlende Akzeptanz des Hörgerätes vor.
Ich würde, trotz der Entfernung, erst mal mit Deiner Mutter zum Akustiker gehen und sämtliche Problematiken dort besprechen. Dann kannst Du Dir auch selbst besser ein Bild machen. Was bei dem Gespräch herauskommt, kannst Du dann hier wieder besprechen.
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all_ears
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#7

Beitrag von all_ears »

Als im-Ohr-Hörgeräte Träger kann ich dazu nur sagen, dass die Teilchen wirklich sehr klein sind und wenn sie in der rechten Hand eine Einschränkung hat, wird das Einsetzen ziemlich sicher nicht gut klappen. Und das Herausnehmen am Zugfaden vermutlich auch nicht. Meine Geräte sind zudem mit Akku und das Einsetzen ins Ladecase muss auch sehr sehr genau gemacht werden, sonst laden sie nicht. Also alles recht filigran.

Ich sehe das aber auch wie Rancher. Die Geräte sind gerade mal 1,5 Jahre alt. Hat sie da noch die allerersten Einstellungen oder war sie schon dort zum nachjustieren? Im Bekanntenkreis meiner Mutter (ähnliches Alter) sind nämlich auch einige Hörgeräte Träger, die denken, dass es mit einmal hingehen und Geräte abholen getan ist. Und dann landen sie halt in der Schublade, weil es doof klingt. Wenn ich dann erzähle, wie oft ich bei meinem Akustiker war, bis alles schön gepasst hat, werde ich mit großen Augen angeguckt. Viele trauen sich auch nicht öfter hinzugehen, weil sie keine Arbeit machen wollen oder weil sie denken, das kostet dann extra.
Und vielleicht klappt das Einsetzen nicht gut, weil die Otoplastik nicht gut passt (falls sie eine hat)? Oder vielleicht ist auch das Kabel zu kurz/zu lang? Das sollte der Akustiker auch unbedingt ansehen um nachzubessern. Evtl kann er auch mit ihr üben, damit es besser klappt. Sie soll dort auf jeden Fall nochmal hingehen und alle Probleme schildern. Gebt ihm erstmal eine Chance, wechseln könnt ihr zur Not immer noch.
Summerland
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#8

Beitrag von Summerland »

Rancher hat geschrieben: Problematisch finde ich an Eurer Situation, dass Du gar nicht vor Ort bist und, glaube ich, auch keine Vorstellung davon hast, was Deine Mutter trägt. Du schreibst von "dem Teil, der hinters Ohr" kommt, was ist mit dem Teil, der ins Ohr kommt? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sie mit dem hinters Ohr stecken größere Schwierigkeiten hat, als mit ins Ohr stecken. Ein ImOhr-Gerät zu platzieren (und wieder herauszunehmen) dürfte doch schwieriger sein.
Also zunächst einmal sei betont, ich bin dankbar, dass Du und Ihr Eure Zeit investiert, um mir zu helfen! Ich meine das nachfolgende nicht böse, aber a) ist es nicht so, dass ich "gar nicht vor Ort" bin, ich habe durchaus schon gesehen, wie meine Mutter sich einen abbricht beim Einsetzen ihres Hörgeräts und b) habe ich sie, wie geschrieben, explizit nochmal gefragt, welcher Teil beim Einsetzen für sie problematisch ist. Und die Antwort war eindeutig und entspricht auch dem, was ich bisher beobachtet habe. Hier steht also einem, "ich kann mir nicht vorstellen", eine klare Aussage gegenüber, dass es "das Teil im Ohr" nicht ist. Mehr kann ich dazu kaum sagen. Insofern muss ich gestehen, es fällt mir schwer, nachzuvollziehen, wieso das hier dermaßen infrage gestellt wird.

Dann: Dass das Gerät erst 1,5 Jahre alt ist, ist für mich keinerlei Kriterium; meine Mutter braucht ein Gerät, das sie einsetzen kann. Und dementsprechend steht auch nicht die Höreinstellung im Vordergrund, sondern die Frage, wie wir diesen ersten Schritt (das Einsetzen) hinbekommen. Dann und erst dann macht eine Einstellung Sinn.
Es mag natürlich sein, dass sich zeigt, wenn meine Mutter ein InOhrGerät ausprobiert, dass das noch schwieriger oder ebenso schwierig ist; dann wissen wir das. Aber aktuell halte ich den Versuch, das auszuprobieren, weiterhin für eine gute Idee. Dafür gibt es ja die Option, sich Geräte für eine solche Probe auszuleihen.
Und klar werden wir uns beraten lassen, aber eigentlich wollte ich mir hier neben einer Einschätzung, ob ein Inear-Gerät für ihre Hörstörung passen könnte, Vorschläge für Geräte einholen. Sollte also noch jemand solche Vorschläge haben, freue ich mich. Und vielleicht kennt ja jemand die norddeutsche Kette, die ich genannt habe; auch das wäre ne interessante Info.

Ansonsten vielen Dank bis hierher.
Neela
Beiträge: 62
Registriert: 2. Sep 2025, 12:33

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#9

Beitrag von Neela »

Du sagst, dass deine Mutter vor allem auf der rechten Seite Probleme hat. Wie ist es denn, wenn sie das rechte Gerät mit der linken Hand einsetzt?
Wie kommt sie mit dem Wechsel der Batterien klar?
Ohrenklempner
Beiträge: 11365
Registriert: 20. Feb 2015, 13:08
10

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#10

Beitrag von Ohrenklempner »

Hey
ich kann das schon ganz gut nachvollziehen. Meine Kundschaft ist zum Teil auch motorisch eingeschränkt und jeder Zentimeter, den man den Arm weiter nach hinten/oben bewegen muss, kann entscheidend sein.
Bei einem Im-Ohr-Hörgerät gibt es verschiedene Größen und Formen. Es kann ganz klein sein, dass es nahezu im Gehörgang verschwindet. Man kann es größer bauen, dass es auch die ganze Ohrmuschel ausfüllen kann. Je kleiner, desto schwieriger kann aber die Handhabung sein, wenn die Feinmotorik oder das Sehvermögen nachlassen. Als Anhaltspunkt kann man nehmen, ob es Schwierigkeiten mit dem Batteriewechsel gab. Die jetzigen Geräte haben 312er Batterien, die etwa wöchentlich gewechselt werden müssen. War die Handhabung mit den Batterien unproblematisch, dann sehe ich auch kleine Im-Ohr-Hörgeräte als gute Möglichkeit.

Das führt auch zum nächsten Thema: Bei Batteriebetrieb bleiben oder aufladbar mit Akkus? Möglich ist beides. Geers ist Teil der Sonova-Gruppe und bietet keine aufladbaren Im-Ohr-Hörgeräte an. Amplifon vertreibt unter anderem Geräte von GN, da wäre das erhältlich. Was Schmitz für Marken im Kernsortiment hat, weiß ich nicht. Der wird nicht alle Hersteller gleichermaßen anbieten sondern sich auf 2-3 Hersteller fokussieren.
...zufällig bin ich Experte auf diesem Gebiet... 🤓

Zu audiologischen Ratschlägen, Anpassberatungen oder Hörgeräte-Offerten fragen Sie nicht mich sondern Ihren Hörakustiker (m/w/d)! 👍
Neela
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Registriert: 2. Sep 2025, 12:33

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#11

Beitrag von Neela »

Und was mir noch zum Telefonieren eingefallen ist: Hält deine Mutter den Telefonhörer an das Mikro vom Hörgerät oder normal ans Ohr? Vielleicht ist ihr gar nicht klar, wie das Hörgerät eigentlich aufgebaut ist und dass sie anders telefonieren muss.
deaf_tom
Beiträge: 691
Registriert: 6. Apr 2025, 15:23

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#12

Beitrag von deaf_tom »

Neela hat geschrieben: 27. Nov 2025, 08:43 Und was mir noch zum Telefonieren eingefallen ist: Hält deine Mutter den Telefonhörer an das Mikro vom Hörgerät oder normal ans Ohr? Vielleicht ist ihr gar nicht klar, wie das Hörgerät eigentlich aufgebaut ist und dass sie anders telefonieren muss.
Das hängt nicht nur davon ab, wie man das Telefon / den Hörer hält, sondern auch welche Lautstärke damit möglich ist.

Aus meiner Erfahrung funktioniert das bspw. relativ gut, wenn die Lautstärke am Hörer auf Maximum steht. Dann ist es fast egal, wie man den Hörer ans Ohr hält, weil immer genug Schall bei den Mikros des Hörgeräts ankommt.
Manchmal gibt es aber auch Telefone, die einfach nicht ausreichend laut gestellt werden können.

Mein absoluter Endgegner ist die Sprechanlage für die Haustür. Den Hörer kann ich halten wie ich will und kann trotzdem bestenfalls erahnen, dass da jemand etwas sagt. Verstehen kann ich überhaupt nichts. Und lauter einstellen kann man das Teil auch nicht mehr.

Es liegt also nicht unbedingt am Hörgerät, sondern ggf. auch am genutzten Telefon.
Signia Pure Charge&Go BCT 7 IX
Rancher
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2

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#13

Beitrag von Rancher »

Entschuldige, Summerland, wenn meine Vorstellungen zu weit gingen.
Ich schlage vor, Ihr geht einfach zum Akustiker, lasst Euch beraten, Deine Mutter probiert aus, was er anbietet. Da sie erst mal bei Geers ist und dort bleiben möchte, ist die Auswahl sowieso beschränkt.
Selbst wenn wir hier verschiedene Modelle vorschlagen würden, kann niemand sagen, ob Deine Mutter damit zurechtkommt.

Egal, ob sie bei Geers bleibt oder nicht, sie muss erst einmal sehen, was ihr angeboten wird.
Die Kosten für das Hörgerät müsste sie voll selbst bezahlen, bei anderen als bei Geers und Amplifon wird es wahrscheinlich günstiger. Wenn Ihr das nicht wichtig ist, sollte sie dort bleiben, wo sie sich wohlfühlt.
125-250-500-1k-1,5k-2k-3k-4k-6k-8k-10k
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L 70- 70- 70- 65- 65-65-65-65-60-60-60
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Neela
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Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#14

Beitrag von Neela »

Maximale Lautstärke am Telefonhörer wäre mir viel zu laut. Das ist wohl wirklich sehr individuell.

Aber die Mutter von Summerland hört ja wahrscheinlich schon eine ganze Weile nicht mehr so gut. Daher könnte mir vorstellen, dass sie sich beim Telefonieren angewöhnt hat, den Hörer möglichst fest an die Ohrmuschel zu drücken. Mit HdO Hörgerät und Ohrpassstück / Schirmchen ist das dann kontraproduktiv und erfordert ein wenig Umgewöhnen.
deaf_tom
Beiträge: 691
Registriert: 6. Apr 2025, 15:23

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#15

Beitrag von deaf_tom »

Je nach Gerät kann die volle Lautstärke natürlich auch zu laut sein oder eben zu leise, um etwas zu verstehen.

Und es hat natürlich einen Einfluss, wie man das Gerät hält. Ich halte das Telefon genau so ans Ohr wie früher vor den HGs. Daher muss der Schall durch die Ohrmuschel zum Mikro des HGs hinter dem Ohr gelangen.
Halte ich das Telefon nämlich so, dass der Lautsprecher direkt am HG ist, verstehen mich meine Gesprächspartner oft schlecht, weil die Unterdrückung der Umgebungsgeräusche dann oft auch Teile meiner Stimme filtert.

Deshalb nutze ich in ruhiger Umgebung lieber die Telefonie direkt per Streaming in die HGs.
In lauter Umgebung funktioniert das leider nicht, da die HGs alle Geräusche, die sie wahrnehmen, auch über die Telefonverbindung senden. Das ist für den Gesprächspartner unangenehm und das Gespräch wird für ihn schwer verständlich.
Signia Pure Charge&Go BCT 7 IX
Summerland
Beiträge: 4
Registriert: 25. Nov 2025, 12:29

Re: Bitte um Beratung. Hörgerät für meine Mutter

#16

Beitrag von Summerland »

Neela hat geschrieben: Und was mir noch zum Telefonieren eingefallen ist: Hält deine Mutter den Telefonhörer an das Mikro vom Hörgerät oder normal ans Ohr? Vielleicht ist ihr gar nicht klar, wie das Hörgerät eigentlich aufgebaut ist und dass sie anders telefonieren muss.
Auch das ein wichtiger Punkt. Wenn wir ein Gerät gefunden haben, das sie gut einsetzen kann, werde ich schauen, dass wir das besprechen und dann versuchen, wie das am besten funktioniert; sowohl mit der Haltung als auch der von @deaf_tom angesprochenen Lautstärke.
Ohrenklempner hat geschrieben:: ich kann das schon ganz gut nachvollziehen. Meine Kundschaft ist zum Teil auch motorisch eingeschränkt und jeder Zentimeter, den man den Arm weiter nach hinten/oben bewegen muss, kann entscheidend sein.
Tatsächlich ist genau das der Fall auch bei Ihr; umso höher sie mit dem Arm kommen muss, umso schwieriger wird das. Dabei spielt rechts auch die Schulter eine Rolle.
Ohrenklempner hat geschrieben: Bei einem Im-Ohr-Hörgerät gibt es verschiedene Größen und Formen. Es kann ganz klein sein, dass es nahezu im Gehörgang verschwindet. Man kann es größer bauen, dass es auch die ganze Ohrmuschel ausfüllen kann. Je kleiner, desto schwieriger kann aber die Handhabung sein, wenn die Feinmotorik oder das Sehvermögen nachlassen. Als Anhaltspunkt kann man nehmen, ob es Schwierigkeiten mit dem Batteriewechsel gab. Die jetzigen Geräte haben 312er Batterien, die etwa wöchentlich gewechselt werden müssen. War die Handhabung mit den Batterien unproblematisch, dann sehe ich auch kleine Im-Ohr-Hörgeräte als gute Möglichkeit.
Zu dem Thema habe ich vorhin auch etwas recherchiert; es gibt zwei Baugrößen, die etwas größer und vielleicht für meine Mutter deshalb auch noch besser zu handhaben wären: ITE und ITC. Wobei ITE wohl immer eine Maßanfertigung ist und deshalb vermutlich sehr viel teurer, bei ITC bin ich mir da nicht sicher. Vielleicht könnt Ihr dazu noch was sagen, damit ich das besser einordnen kann.

Batterien/Akku: Ich weiß, dass sie Batterien gewechselt hat, aber wie gut das ging, da bin ich mir nicht sicher. Bei einem Inear müssen die Batterien ja wohl sehr häufig gewechselt werden, sodass ich mir denke, eine Variante mit Akkuaufladung wäre vielleicht keine schlechte Idee.
Rancher hat geschrieben: Da sie erst mal bei Geers ist und dort bleiben möchte, ist die Auswahl sowieso beschränkt.
Wenn Geers keine Inear mit Akku hat, wäre das auch ein gutes Argument, vielleicht mal bei der kleineren Kette anzuklopfen. Im Gespräch gestern war meine Mutter zumindest nicht grundsätzlich dagegen, also werde ich das wahrscheinlich vorschlagen. Vielleicht fühle ich dort zunächst mal auch telefonisch vor.

Ich bin morgen bei meiner Mutter und werde mich mit ihr auch zum Thema Hörgeräte besprechen. Ich melde mich (wohl) in der nächsten Woche dann erneut.

Danke und Grüße
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