Guten Tag,
mein Name ist Oskar Warnecke, ich studiere Wirtschaftspsychologie an der FHM
Hannover und absolviere derzeit mein Pflichtpraktikum bei einem Hersteller von
Hörimplantaten.
Im Rahmen meines Studiums arbeite ich an einer wissenschaftlichen
Forschungsarbeit, in der ich untersuche, wie die soziale Identifikation als Cochlea-
Implantat-Nutzer:in im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz)
mit der Bewertung zukünftiger, vollständig implantierbarer, von außen unsichtbarer
Cochlea-Implantat-Systeme zusammenhängt.
Die Umfrage richtet sich an erwachsene deutschsprachige Personen mit mindestens einem eigenen
Cochlea-Implantat.
Dafür habe ich eine kurze, anonyme Online-Umfrage erstellt (Dauer: ca. 5–10
Minuten).
Die Teilnahme ist freiwillig und anonym, und die Ergebnisse werden
ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt. Es handelt sich nicht um
Werbung oder ein direktes Unternehmensprojekt.
Hier geht’s zur Umfrage:
https://forms.office.com/e/diV4dSMizX
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich mit Ihrer Teilnahme unterstützen oder
den Link an andere Interessierte weitergeben.
Gerne können Sie mir auch Rückfragen zu meiner Hausarbeit stellen.
Entweder im Forum oder über meiner E-Mail:
124101244@studi.fh-mittelstand.de
Vielen Dank an die Admins, dass ich diesen Beitrag teilen darf und an alle, die sich
die Zeit nehmen, die Umfrage auszufüllen!
Liebe Grüße
Oskar
Online-Umfrage Identität&zukünftige CIs
Re: Online-Umfrage Identität&zukünftige CIs
Hallo Oskar,
ich habe an der Umfrage teilgenommen und für mich läuft die (aus den Fragen wahrgenommene) Hypothese in eine aus meiner Sicht irrelevante Richtung.
Die in den sozialen Medien zu lesende Skepsis ggü. voll implantierbaren Systemen beruht meiner Wahrnehmung nach nicht auf einem befürchteten Identitätsverlust,
vielmehr wird sie eher von erfahrenenCI -Trägern geäußert, die wissen dass Technik "kaputtbar" ist, nach vielen Jahren veraltet usw. Dies hat dann immer eine OP zur Folge, wenn etwas verändert werden muss.
Auch beinhaltet Sichtbarkeit auch sinnvolle Aspekte, aber nicht aus einer gefühlten "Identität" alsCI -Träger, sondern durch die Wahrnehmbarkeit und Signalfunktion
einer äußeren Komponente.
Ich bin seit langemCI -Trägerin und stehe in Kontakt mit vielen ebenfalls Betroffenen. Eine wie bei den Gehörlosen vorhandene "Identität" als CI-Träger nehme ich in diesen Kreisen nicht wahr. Ich persönlich bin froh und dankbar für diese Technik, aber der Notwendigkeit dazu liegt eine Behinderung zu Grunde, die für mich nicht identitätsstiftend ist. Das nur als Rückmeldung und viel Erfolg bei deiner weiteren Forschung.
ich habe an der Umfrage teilgenommen und für mich läuft die (aus den Fragen wahrgenommene) Hypothese in eine aus meiner Sicht irrelevante Richtung.
Die in den sozialen Medien zu lesende Skepsis ggü. voll implantierbaren Systemen beruht meiner Wahrnehmung nach nicht auf einem befürchteten Identitätsverlust,
vielmehr wird sie eher von erfahrenen
Auch beinhaltet Sichtbarkeit auch sinnvolle Aspekte, aber nicht aus einer gefühlten "Identität" als
einer äußeren Komponente.
Ich bin seit langem
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
(Rainer Maria Rilke)
Re: Online-Umfrage Identität&zukünftige CIs
Super zusammengefasst, genau so ist es!
Es gibt aber auchCI Träger, die sich vollständig mit der Gehörlosenkultur/-identität identifizieren, und sich trotz CI nicht (mehr) zum Kreis der Hörenden zählen.
Aufgrund der unterschiedlichen Gruppierungen und Interessenslagen sowie Identitäten ist es zB in Österreich leider so, dass es keine wirkliche gemeinsame Interessensvertretung ALLER Hörgeschädigten gibt, was in Hinblick auf politische Mitbestimmung schwächend ist.
Es gibt aber auch
Aufgrund der unterschiedlichen Gruppierungen und Interessenslagen sowie Identitäten ist es zB in Österreich leider so, dass es keine wirkliche gemeinsame Interessensvertretung ALLER Hörgeschädigten gibt, was in Hinblick auf politische Mitbestimmung schwächend ist.
Re: Online-Umfrage Identität&zukünftige CIs
Da gebe ich dir völlig recht Cleo, auch "hierzulande" gibt es da verschiedene Gruppierungen. Das ist meiner Wahrnehmung nach aber weniger Identitätsfragen geschuldet, sondern oft eine Frage von unterschiedlichen Bedürfnissen was Barrierefreiheit und Nachteilsausgleich angeht. Das führt leider auch zu Neiddebatten und Verteilungskämpfen.
Es gibt zwar die Deutsche Gesellschaft für Hörgeschädigte und mittlerweile auch einen neuen Dachverband, unterschiedliche Interessen bleiben aber bestehen.
Die einen wollen Gebärden, andere Untertitel und/oder Technik.
Auch die Skepsis einigerCI -Träger ist wohl unter anderem unterschiedlichen Interessen geschuldet. Es werden Unsummen in die Entwicklung vollimplantierbarer Systeme gesteckt, deren Hauptziel wohl die Marktattraktivität wegen Unsichtbarkeit darstellt, eine Verbesserung des Hörens damit aber nicht erreicht wird. Diese Ressourcen fehlen um das Hören an sich zu verbessern. Die Kosten für vollimplantierbare Systeme sind auch doppelt so hoch, so dass die Finanzierung durch die KK nicht für alle gewährleistet sein wird-
Ist alles ganz schön kompliziert.
Es gibt zwar die Deutsche Gesellschaft für Hörgeschädigte und mittlerweile auch einen neuen Dachverband, unterschiedliche Interessen bleiben aber bestehen.
Die einen wollen Gebärden, andere Untertitel und/oder Technik.
Auch die Skepsis einiger
Ist alles ganz schön kompliziert.
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
(Rainer Maria Rilke)
