ich habe hier eh schon mal wegen unserer Anfangsschwierigkeiten mit den neuen Hörgeräten unseres Sohnes (mittlerweile 6 Monate alt) geschrieben. Damals waren die HGs noch nicht voll aufgedreht und offenbar hat Stefan so auch praktisch nicht gehört damit und sie dennoch ziemlich ignoriert. Tragezeiten von 8 oder mehr Stunden pro Tag am Stück waren durchaus normal.
Jetzt waren wir schon insgesamt drei Mal beim Hörgeräteakustiker zum Nachstellen und die HGs sind mittlerweile wirklich laut aufgedreht (ob's schon das Maximum ist in manchen Frequenzen, weiß ich nicht). Bei sehr lauten, eher tiefen Tönen merkt man jetzt doch Reaktionen und jetzt (endlich) scheinen ihn auch Rückkopplungen selber zu stören.
Seit Kurzem scheint er begriffen zu haben, daß er mit den HGs ziemliches Machtpotential über mich hat. Er greift nicht nur hin, wenn er sich vor Müdigkeit Augen, Nase und Ohren knubbelt, sondern auch einfach so mal. Genauer gesagt schaut er mich an, greift sich mit beiden Händen vorsichtig zu den HGs und wartet auf meine Reaktion. Reagiere ich nicht, nimmt er sie sich raus (da muß ich dann eingreifen), reagiere ich schon, probiert er das selbe Spiel sicher unmittelbar darauf noch mal. Es ist echt wie verhext. Wie kommen wir aus diesem Spiel wieder heraus? Ich nehme an, Stefan ist nicht das einzige HG-Baby/-Kind, das auf diese Art die Nerven der Eltern erprobt...
Wie lange sollten die HGs/Tag optimalerweise drinnen sein? Ist ca. 8 Stunden ok? Wenn er sie sich gar nimmer drinnen läßt, nehm ich sie ihm raus und das war's dann für den Tag (war heute um ca. 19:00 der Fall), weil sonst verschlimmern wir das ganze nur noch. Dann kann's auch mal nur 6 Stunden gewesen sein. Dafür gibts andere Tage wo 10 oder mehr Stunden gut klappen.
Danke für Eure Ratschläge,
LG, Fragrance
mama von stefan 11.02.2007, beidseitig zumindest hochgradig schwerhörig (gehörlos?)
Hallo,
aus der Babyzeit kann ich leider keine Erfahrung weiter geben, da unser Sohn erst mit knapp 4 mit HG versorgt wurde. Aber 8 Stunden finde ich für so ein kleines Kind schon o.k. Er schläft doch auch noch viel... Unser Sohn hat seine HG ca. 9 Stunde an und er ist fünf. Nachts und zur Mittagspause kommen sie raus. Er braucht die Ruhepausen auch. Wenn die HG an sind kann er nicht einschlafen egal wie müde er ist. Wenn sie raus sind ist es eine Sache von wenigen Minuten (wenn es ein normaler nicht zu aufregender Tag war). Sicher können dir die andern noch mehr raten. Aber ich finde 8 Stunden o.k.
LG
PetraAnett
Hi PetraAnett, also die 8 Stunden sind meistens inkl. einer Schlafphase, in der er sie drinnen läßt. Er legt sich automatisch so hin, daß es keine Rückkopplungen gibt. Reingeben tu ich sie ihm am Vormittag bzw. gegen Mittag erst, weil er vorher sehr oft stillt, immer wieder dazwischen einschläft und erst so zwischen 10:00 und 11:00 wirklich "gescheit" stillt, sodaß er dann länger satt ist. Erst dann geb ich sie rein, vorher wäre es einfach nur unbequem (wg. stillen). Wenn er mir um 11:00 wieder einschläft (z.B. wie heute, weil er in der Nacht fast nicht geschlafen hat), geb ich sie erst nach dem Aufwachen und anschließendem Stillen rein.
Weil Du schreibst, Dein Sohn braucht seine Pausen: Mir fällt auf, daß Stefan die HGs in den ersten beiden Stunden (ca. halt) immer gut drinnen läßt und erst danach diese Spielchen anfangen. Ob es leichter wäre, wenn ich ihm auch untertags einmal eine Pause "gönne" und sie dafür abends länger drinnen lasse? Ich denk mir halt immer, Ohren kann man ja auch nicht einfach so abschalten...
mama von stefan 11.02.2007, beidseitig zumindest hochgradig schwerhörig (gehörlos?)
Hallo -
klar Ohren kann man nicht abschalten - aber ein bißchen anders it es ja doch. Unser Sohn will nicht ohne seineHG - er würde sie nie wieder hergeben - und trotzdem brauchter manchmal einfach eine Pause. Wir können doch auch "weghören". Was sagt eure Akustikerin dazu?
LG
PetraAnett
also dies "Machtspiele" kenne ich auch noch... Um den Druck rauszunehmen, habe ich die HGs dann ohne grosse Worte genommen und zur Seite gelegt und einfach eine Hörpause zugelassen und dann nach einiger Zeit (10 Minuten) kommentarlos wieder reingemacht. Irgendwann wurde das immer weniger.
Zu den Tragezeiten: also bei uns war es so, dass ich die HGs zum Mittagsschlaf immer rausgenommen habe und meinen Sohn dann so hingelegt habe. Nach dem Aufwachen habe ich erstmal mit ihm "wach" gekuschelt, ihn angezogen, gewickelt usw. und dann die HGs wieder reingemacht.
Das Hören ist sehr anstrengend und geforderte Hörpausen sollte man auf jeden Fall akzeptieren und das nicht an Stundenzahlen festmachen. Wichtig ist halt, dass die HGs in Wachphasen mehr drin als draussen sind!
Ganz wichtig noch: ein Kind, dass seine HGs wirklich konsequent verweigert (damit meine ich nicht die Machtkämpfe) hat immer Recht! Sollte das die Regel sein, dass die HGs sofort wieder rausgezogen werden auf jeden Fall die Einstellung überprüfen lassen (es kann zu laut, aber auch zu leise sein!).
danke für deine erfahrungen! ich gehe auch dazu über, einfach nebenbei das hörgerät, das er rausgezogen hat, zu nehmen und bei der nächsten passenden gelegenheit so nebenbei wieder reinzugeben.
ich würde sie ihm gerne rausnehmen beim mittagsschlaf, aber ich wir haben leider noch keinen verläßlichen tagesrhythmus und ich weiß nie, ob er gleich nach dem hinlegen (wenn er beim stillen einschläft) wieder aufwacht oder gleich zwei stunden büselt. sobald das berechenbarer ist, lasse ich die hgs sicher nicht drinnen, weil ich mir gut vorstellen kann, daß das nicht ideal ist.
wg. der tragedauer: ich schätze mal, daß er sie so 2/3 der wachen zeit (und halt ein bißl während seiner schläfchen) drinnen hat. so zwischen 10 und 11:30 montiere ich sie normalerweise (er trinkt in der früh seeehr oft und schläft dann immer wieder dazwischen ein, also gehen wir den tag gemütlicher an, wenn es sich terminmäßig ausgeht) und zwischen 19:00 und 20:30 geb ich sie wieder raus. wirklich einschlafen tut er eigentlich erst zwischen 22:30 und 23:30, damit haben wir vorher noch eine entspannte hörfreie zeit zum runterkommen nach einem aufregenden tag.
mir fällt auf, daß er sich eigentlich nur das rechte hg rausnimmt, wobei es nicht so ist, daß er gleich nach dem montieren hingreifen würde. wenn ihm halt fad ist oder er müde wird oder raunzig ist, greift er einfach hin. er knubbelt sich dieses ohr aber auch, wenn er gar kein hg drinnen hat. einmal hat er das ganze ohr umgebogen und in die ohrmuschel reingesteckt - bin ganz erschrocken, wie ich das gesehen habe, weil ich im ersten moment gar nicht gecheckt hab, was er da überhaupt gemacht hat <gg> bin also nicht mal sicher, ob er nicht einfach nur das hg rausnimmt, weil er beim ohrknubbeln drüber stolpert und neugierig ist. hmm... schwierig. an all das denkt man im ersten moment gar nicht, wenn man hgs bekommt...
lg, fragrance
mama von stefan 11.02.2007, beidseitig zumindest hochgradig schwerhörig (gehörlos?)
klingt eher so als wäre die Wahl rechtes HG Zufall.
Mach dich wegen der Tragezeiten nicht zu sehr verrückt. Wenn ihr einen Rhytmus habt wird sich da sicher eingies ändern und auch je älter das Kind wird. Ich finde das klingt so schon ganz gut und HG freie Abendzeit finde ich auch gut.
Sollte das HG ihn akut stören, dann würde er beim Reinsetzten jammern oder sofort hingreifen. Am Anfang ist es halt auch so, dass alles was man befumjmeln unbd anlecken kann spannend ist...
Ich habe damals nach der Anpassung (bei uns damsl 4 Tage stationär im KH) gedacht das wird nie was: ständig pfeifft es, andauernd geht das HG raus (vor allem im Auto) total nervig! Aber es wurde immer besser (man merkt das meist gar nicht, weil es schleichend besser wird)- irgendwann fiel mir auf, dass das HG im Auto dringeblieben ist usw.
Mittlerweile alles kein Problem mehr. Jetzt ist mein Sohn so gross, dass er sich morgens seine Höris holt und selbst reinmacht... und am liebsten damit schlafen will...
ja, insgesamt wird es sicherlich besser. am zweiten hg-tag war ich kurz davor, sie einfach aus dem fenster zu schmeißen, weil ich die dauernden rückkopplungen nicht mehr ausgehalten hab. jetzt haben wir uns doch schon ziemlich dran gewöhnt und so eine art hg-routine entwickelt.
dauerzustand werden die hgs bei uns vermutlich ohnehin nicht sein. so wie es aussieht werden wir uns für cis entscheiden und im jänner (da ist er fast 12 monate alt) operieren. trotzdem finde ich die hgs wichtig, weil selbst wenn seine hörnerven nur ein bisserl gekitzelt werden dadurch, haben sie schon einen wichtigen zweck erfüllt für seine spätere hörentwicklung.
am dienstag haben wir kontrolle im spital mit den hörgeräten - bin gespannt, was die dazu sagen.
lg, fragrance
mama von stefan 11.02.2007, beidseitig zumindest hochgradig schwerhörig (gehörlos?)