Berufsbedingter Mehrbedarf

svenyeng
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#26

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

@schwabenpanda:
Prima, das ist doch mal eine gute Nachricht.

Übrigens: Wenn die Geräte nach 5 1/2 Jahren defekt sind, also ein halbes Jahr bevor die KK den Zuschuss für neue Geräte zahlt, muss man nicht extra einen Antrag stellen. Das ist nur unnötiger Aufwand und Papierkram.

1/2 Jahre kann man überbrücken mit dem Testen neuer HGs.
Findet man sehr schnell die passenden neuen HGs, ist das auch kein Problem.
Man behält einfach die Kommissionsgeräte. Selbst wenn der Kommissionszeitraum nicht ausreicht, bestellt der Akustiker neue Kommissionsgeräte und man tauscht einfach. So kann man eine absehbare Zeit (1/2 Jahr) einfach überbrücken.
Wenn man dann die Zeit rum hat werden neue Geräte bestellt, man gibt die Kommissionsgeräte zurück und fertig.

Ich hatte das auch mal und er Akustiker bot mir sofort das eben beschriebene an. Alles völlig kostenlos. Ganz normale Serviceleistung.

Es tut dem Akustiker nicht weh und Kosten hat er auch nicht, aber er verkauft ein Hörsystem.

Das Kassengeräte i.d.R. nicht viel taugen sehe ich auch so.
Meine über 20 Jahre lange HG Erfahrung hat gezeigt, das HGs je teurer sie sind je besser kann man damit hören.
Der Preis kommt halt nicht von irgendwo her.

Es gibt aber auch Leute, die mit der Grundversorgung durch die KK, also Zuzahlungsfrei, zurecht kommen. Es kommt eben immer auf den Hörverlust an.

Gruß
sven
fast-foot
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#27

Beitrag von fast-foot »

Hier meine Sichweise:
svenyeng hat geschrieben:Das Kassengeräte i.d.R. nicht viel taugen sehe ich auch so.
Meine über 20 Jahre lange HG Erfahrung hat gezeigt, das HGs je teurer sie sind je besser kann man damit hören.
Der Preis kommt halt nicht von irgendwo her.
Das "bestmögliche Hören ist Kassenleistung". Wenn der Akustiker mehr dafür verlangt, hält er sich nicht an die Vetrträge.

Ausserdem kosten so genannte Spitzengeräte so um die eur 200.- (nur die Hardware); dort, wo der Markt spielt. In Deutschland allerdings kann man beliebig hohe Preise verlangen, nicht zuletzt, da die Kunden völlig uninformiert sind (sieht man ja auch hier).

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
rabenschwinge
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#28

Beitrag von rabenschwinge »

Hmmm, soweit ich weiß ist DE eines der wenigen Länder welches ohne Versorgunszentren auskommt und einen freien Akustikermarkt hat.

Bestmögliches Hören..... Äh ja, bestmögliches Verstehen war doch hier von einem ehemaligen User das Auf und Nieder aufgrund falscher Auslegung des Textes bzgl.der Versorgung.
svenyeng
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#29

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

@fast-food:
Das hatten wir mit Gewichtl x-fach diskutiert.
Die KK zahlt einen festen Zuschuss und das wars.
Geht auch nicht anders, denn sonst wären alle HGs, egal wie teuer zuzahlungsfrei. Bestmögliches Verstehen haben alle Menschen mit den teuersten Geräten.

Zeigt mir bitte einen Akustiker (bitte mit Belegen nachweisen) der mir die Resound Linx 3D ohne Zuzahlung gibt. Damit habe ich bestmögliches verstehen.

Gewichtl hatte ich mehrfach drum gebeten, aber es passierte nichts, was mich nicht wundert. Man wird keinen Akustiker finden der dann macht.
Unter EK kann niemand irgendwelche Waren verkaufen.
Die KK müsste die Kosten komplett übernehmen, aber das tut sie nicht.
Die Kassenleistung hat einen Fixbetrag und das wars.
In speziellen Fällen (Powergeräte usw.) kann man einen Antrag stellen.
Das sind aber Sonderfälle die die KK im einzelnen entscheidet.

Gruß
sven
uninteressant
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#30

Beitrag von uninteressant »

Resound Linx 3D geht schon deswegen nicht weil es eben auch Bluetooth bietet, was eher also ein Feature-Hörgerät ist. Und die gibts nicht zuzahlungsfrei. Was ich auch richtig finde.

Deswegen war dies grad ein schlechtes Beispiel.
rabenschwinge
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#31

Beitrag von rabenschwinge »

Okay, das seh ich ein, uninteressant, welches HG sollte dann die Grundlage der Diskussion bieten? Da bist Du durch Deine Suche doch bewanderter als viele User hier.
Ohrenklempner
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#32

Beitrag von Ohrenklempner »

Also die Praxiserfahrung zeigt folgendes:

Kunde A, zuzahlungsfreies Gerät angepasst: "Ooooh super, ich höre alles! Das nehm ich!"

Kunde B, zuzahlungsfreies Gerät angepasst: "Ooooh, ich höre alles, ist mir aber zu viel! Haben Sie nicht was besseres?" -- Zuzahlungsgerät angepasst: "Ooooh schön, ich höre alles und es klingt super, das nehm ich!"

Die "teuren" Kinderlitzchen in den Hörgeräten sind doch keine Placebosteller... die Features sind wirklich und sie machen das Hören (für den, der's braucht) wirklich angenehmer.

Kann man mit Autos vergleichen. Der billigste Dacia Logan in Mindestausstattung bringt mich und mein Gepäck genau so von A nach B wie die teure E-Klasse mit allen Extras. Aber hmmm... Sitzheizung, Tempomat, Navi, Klimaautomatik... das brauche ich schon, das kostet eben extra!
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rabenschwinge
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#33

Beitrag von rabenschwinge »

Jahaaaaa und das ist genau der Drops, den vereinzelte User partout nicht lutschen wollen, Ohrenklempner 😉
uninteressant
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#34

Beitrag von uninteressant »

rabenschwinge hat geschrieben:Okay, das seh ich ein, uninteressant, welches HG sollte dann die Grundlage der Diskussion bieten? Da bist Du durch Deine Suche doch bewanderter als viele User hier.
Ich kann dir lediglich sagen, welche Feature-Hörgeräte NICHT zuzahlungsfrei sind, da ich mich ausschliesslich für Feature-Hörgeräte interessiere. Die traditionellen "dummen" Hörgeräte interessieren mich nicht, da sie für mich nicht die Höhe der Technik darstellen. Ich will die Mercedes S-Klasse, nicht den VW Golf.
svenyeng
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#35

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

@all und uninteressant:
Aber fast-food behauptet doch das die KK bestmöglichstes Verstehen bezahlt.
Wenn ich das aber doch mit den Linx 3D habe?

Das Problem ist ja, das bestmöglichstes Verstehen weit ausgedehnt und ausgelegt werden kann.

Man kann es z.B. so formulieren:
Mit der Summe X von der KK hast Du eine Auswahl von 10 Geräten und aus denen darfst Du Dir das aussuchen welches Dir bestmöglichstes Verstehen ermöglicht. Möchtest Du ein Gerät das teurer ist, musst Du die Differenz aus eigner Tasche zahlen.

Damit ermöglicht die KK bestmöglichstes Verstehen mit dem festgelegtem Zuschuss. Also alles in trockenen Tüchern.

BT übrigens sehe ich mit dem Stand heutiger Technik als Standard an.

Ich bin nach wie vor dafür das die KK ganz klar und deutlich festlegt welche HGs man zuzahlungsfrei bekommt. Und zwar in der Form das die KK bei allen Herstellern sagt Model x, y, ... sind zuzahlungsfrei.
Und die muss auch jeder Akustiker dann zuzahlungsfrei bieten.
Dann gibt es keinerlei Diskussion mehr, jeder weiß wo an er ist und was er zuzahlungsfrei bekommt. Damit ist eine Grundversorgung gewährleistet.
So wie es derzeit ist, ist es schwammig.

Ich sage ja auch nicht das man mit zuzahlungsfreien Geräten nicht hören kann.
Fakt ist aber, das das Hören mit teuren Geräten sehr viel besser ist.
Zum bestmöglichen Hören gehört für mich auch ein Klangbild so natürlich wie möglich.

@ohrenklempner:
Dein Beispiel mit Kunde A und B zeigt doch ganz klar wie individuell das alles ist.
Das mit dem Auto ist grundlegend richtig.
Nur finde ich den Vergleich nicht so ganz passend.
Wenn ich einen PKW mit Klimaanlage kaufe, stimme ich zu, das ist Luxus und nicht zwingend nötig. Navi ist bei PKWs mittlerweile auch schon Standard.
Die Händler haben meistens Probleme PKWs ohne zu verkaufen.
Bluetooth bei einem HG sehe ich mittlerweile als Standard an.
Das wird für bestmöglichstes Verstehen beim telefonieren mit dem Handy benötigt. Also müsste das Kassenleistung sein.

Gruß
Sven
Ohrenklempner
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#36

Beitrag von Ohrenklempner »

Wobei im Laufe der Zeit immer mehr Features in den Basis-Bereich durchsickern. Außerdem ist das Hilfsmittelverzeichnis schon ein paar Jahre nicht mehr überarbeitet worde. Ich gehe davon aus, dass die Mindestanforderungen mittelfristig noch einmal steigen.
Wenn man mal guckt... Hansaton Flow 2, zuzahlungsfrei, hat Impulsschallmanagement und Mikrofonautomatik; Bernafon Nevara hat Mikrofonautomatik und Funkanbindung; Beinahe alle aktuellen Basisgeräte haben schon mehr als vier Kanäle. Man mag's nicht glauben, aber die Hersteller liefern sich auch im unteren Preissegment einen Wettbewerb.
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rabenschwinge
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#37

Beitrag von rabenschwinge »

Einwand Euer Ehren : Was ist denn der natürliche Klang? Bei nicht wenigen verabschiedet sich ein Frequenzbereich und unser Klanggedächtnis ist sehr miserabel. Natürlicher Klang kann da auch gewohnter Klang bedeuten.
Dani!
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#38

Beitrag von Dani! »

fast-foot hat geschrieben:Ausserdem kosten so genannte Spitzengeräte so um die eur 200.- (nur die Hardware); dort, wo der Markt spielt.
Diese Aussage ist und bleibt falsch, auch wenn das noch so oft wiederholt wird.
Andernfalls müsste man behaupten, dass Elkos (in Netzteiltrafos z.B.) nur ein Bruchteil eines Cents kosten und jeder in Deutschland auch nur einen Bruchteil eines Cents zu bezahlen bräuchte, auch wenn er nur genau 1 einzigen Elko kauft. In GROẞEN Massen ist das pro Stück richtig, Einzelstücke gibt's nirgends zu diesem Preis, nicht annähernd. Das sind immer mehrfache Vielfache.
B:in allgeme:in ke:in kle:in Kev:in se:in Adm:in
Dominik
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L: 16.12.20: Med-el Sonnet2
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#39

Beitrag von rabenschwinge »

Genau Dani, um es exakt zu formulieren : Mengenrabatt. Je größer die Stückzahl der abgenommenen Ware, desto niedriger der Stückpreis
Ohrenklempner
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#40

Beitrag von Ohrenklempner »

Auf ein einzelnes Gerät runtergerechnet sind die Materialkosten wirklich sehr gering. Aber leider könnte hier in D kein Hörgerätehersteller alleine überleben, wenn er seine besten Geräte verramschen würde. Um Geräte zu diesem Preis anzubieten, müsste komplett auf Service, Außendienst, Forschung, Marketing usw. verzichtet werden. Und das funktioniert in einer Marktwirtschaft nicht. Aus diesem Grund hat beispielsweise die GN-Gruppe neben ReSound noch Interton als Marke. Interton poliert die ältere (aber durchaus sehr gute) Technik von Resound auf, schreibt "Interton" aufs Gehäuse und verkauft sie sehr günstig. Das funktioniert auch nur, weil die GN-Gruppe dahintersteckt, die mit Interton das "Gut-und-Günstig"-Marktsegment bedient.
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uninteressant
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#41

Beitrag von uninteressant »

svenyeng hat geschrieben:Hallo!

@all und uninteressant:
Aber fast-food behauptet doch das die KK bestmöglichstes Verstehen bezahlt.
Wenn ich das aber doch mit den Linx 3D habe?

Das Problem ist ja, das bestmöglichstes Verstehen weit ausgedehnt und ausgelegt werden kann.
Hier leider nicht. Bluetooth darfst du nicht zuzahlungsfrei haben. Du darfst, wenn du zuzahlungsfreie Hörgeräte willst, einfach kein Bluetooth-Hörgerät haben, egal wie gut es ist. Punkt.
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#42

Beitrag von uninteressant »

BTW: Für den Endkunden gibt es keinerlei Anspruch, einen Mengenrabatt eines Zwischenhändlers zu verlangen, ausser dieser tut es selbst (weil er Kosten trägt, wie z.b. Krankenkassen).

Für den Endkunden gilt immer Einzelpreis.
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#43

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

@uninteressant:
Bluetooth darfst du nicht zuzahlungsfrei haben.
Wo bitte steht das? Hast Du dazu was schriftliches?
Wenn der Akustiker ein HG mit BT verkauft, bei dem er mit der Summe die die KK zahlt hin kommt ist das doch ok.
Das generell kein BT in zuzahlungsfreien Geräten sein darf stimmt meiner Meinung nach nicht.

Aber das ist wieder so ein Punkt.
Warum bitte können die KKs nicht einfach genau festlegen welche Features HGs ohne Zuzahlung enthalten sein müssen.
Da hätte einen großen Vorteil. Wenn die KKs festlegen das BT immer sein muss, müssen die Hersteller das in die Geräte einbauen die zuzahlungsfrei erhältlich sind.
Diese Geräte sollte man dann Kassengeräte nennen.
Jeder Hersteller muss dann 1 Kassengerät anbieten.
Alles was dann besser ist kostet eben eine Zuzahlung.

Gruß
sven
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#44

Beitrag von Ohrenklempner »

svenyeng hat geschrieben: Warum bitte können die KKs nicht einfach genau festlegen welche Features HGs ohne Zuzahlung enthalten sein müssen.
Das ist doch festgelegt. 4-kanalig, Störschall- und Rückkopplungsunterdrückung, 3 Hörprogramme, zwei Mikrofone. Ohne diese Features kommt kein Hörgerät in den Hilfsmittelkatalog. ;)

Das mit dem "Bluetooth-Hörgeräte darfst du nicht zuzahlungsfrei bekommen" stimmt so zwar nicht -- der Akustiker darf alles, was er will, zuzahlungsfrei verkaufen, aber wie du schon richtig sagst: Es ist die Frage, ob sich das rechnet. Derzeit rechnet sich das bei fast keinem bluetoothfähigen Hörgerät.
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#45

Beitrag von uninteressant »

Umgekehrt - zeige mir einen Fall wo die KK verpflichtet wurde dies zu zahlen. ;-)
waswie
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#46

Beitrag von waswie »

BTW - nach eigenen Angaben in einem anderen Forum bekommt G***** nun von seinem Akustiker ein "Audioservice Mood 6 G4" u.a. mit 8 einstellbaren Kanälen (also über der Mindestforderung der Krankenkassen).

Wenn ich mich richtig erinnere lagen seine ursprünglichen Erwartungen zwar etwas höher, aber immerhin ein Verhandlungserfolg ;-)
LG, Dieter
MatthiasM
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#47

Beitrag von MatthiasM »

uninteressant hat geschrieben:
Du darfst, wenn du zuzahlungsfreie Hörgeräte willst, einfach kein Bluetooth-Hörgerät haben, egal wie gut es ist. Punkt.
Irgendwie laeuft es ja doch immer wieder auf die Schiene: der Akustiker / Hoergeraetehersteller hintergeht mich / uns!

Mein Ansatz ist da eher pragmatisch und basiert darauf, dass unsere Marktwirtschaft zwar "sozial" aber immer noch kapitalistisch ist.

Der tatsaechliche Herstellungswert, auch wenn man die Entwicklungskosten mit einbezieht, ist bei Hoergeraeten eher gering, aber Marketing und Handel wollen auch bezahlt werden.
Der Hoergeraeteakustiker will wahrscheinlich am Ende des Monats auch noch Geld uebrig haben und muss seine Angestellten, Ladenmiete, Steuerberater, Messgeraete.... bezahlen. Dazu muss er ein Kassen Geraet auch noch 6 Jahre in Schuss halten.

Da sind die knapp 700 Euronen fuer ein Geraet nicht sehr grosszuegig! Geld verdient er mit den zuzahlungspflichtigen Geraeten. Die wiederum muessen sich von den einfacheren ja irgendwie unterscheiden.
Dazu faellt mir mein letztes MRT ein. Als auf meine Bedenken, dass die gemachten Bilder ausreichen seien, antwortete der Professor (!) : Na, dann kommen sie halt nochmal.
Ich fragte ob so eine Untersuchung nicht unglaublich teuer waere, weil ich mich mit so einer Technik ein wenig auskenne und die hohen Betriebskosten kenne. Da sagte er, der Aufwand wird bei Kassenpatienten mit etwas mehr als 50 Euro pro Quartal verguetet. Sie sind hier nur Fuellmaterial, damit die Maschiene nicht ungenutzt rumsteht, denn da ist sie auch kaum billiger!
(Privatpatienten zahlen etwa das zehnfache, wie ich von einem so versicherten Freund weis)

So wird es bei den Hoergeraeten auch ein wenig sein, Bluetooth wird Kassenleistung wenn es Ersatzfeatures gibt, die die Geraete ueber diese hinaushebt oder ein Hersteller ausschert um am Markt besser da zu stehen.
Aus meiner Branche kenne ich es sogar, dass gleiche Geraete unterschiedliche Eigenschaften haben weil einige deaktiviert wurden. Da ist das niedrigpreisige Geraet keinen Cent billiger in der Herstellung ;) Das ist Marktwirtschaft!
Ich finde das auch akzeptabel, so lange der Aku fair und ehrlich beraet. Das dieses nicht immer so ist, findet man in allen Branchen und man kann sich nur dagegen wehren wenn man versucht ein informierter Kunde zu sein. Dazu traegt auch dieses Forum bei :D .
Ach ja: Ich denke, dass informierte Kunden, die sich fair beraten fuehlen, auch eher diesen Akustiker zum Kauf eines hoeherpreisigen Geraetes auswaehlen.
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#48

Beitrag von Ohrenklempner »

MatthiasM hat geschrieben: Aus meiner Branche kenne ich es sogar, dass gleiche Geraete unterschiedliche Eigenschaften haben weil einige deaktiviert wurden. Da ist das niedrigpreisige Geraet keinen Cent billiger in der Herstellung ;) Das ist Marktwirtschaft!
Das ist bei Hörgeräten nicht anders. Unitron geht mit seinen Flex-Trial-Geräten auch ganz offen damit um. Dem Kunden wird das Gerät in seiner Wunschkonfiguration angepasst, und wenn es ihm gefällt, kann er das Gerät am Ohr behalten und zahlt dann je nach Ausstattungsvariante sehr viel oder sehr wenig Geld dafür. Ich find das jetzt auch nicht besonders schlimm oder seltsam. Es ist eben so. Fünf verschiedene Chips in bestimmten Stückzahlen zu produzieren ist eben viel teurer als nur einen Chip zu produzieren und einige davon je nach Bedarf in der Leistung zu beschneiden. Der Endkunde zahlt ja letztlich nicht für einen Chip am Ohr sondern für die Features.
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#49

Beitrag von MatthiasM »

Ohrenklempner hat geschrieben:Ich find das jetzt auch nicht besonders schlimm oder seltsam. Es ist eben so.
Das sehe ich auch so, aber einigen scheint das schwer zu fallen sich damit abzufinden.
Bei den Absurditaeten unseres Gesundheitssystems faellt mir das auch schwerer. Das ist aber nicht durch die Akustikerbranche verursacht.
Ich finde es schon schwer verstaendlich wenn jemand, wie ich, der auch ohne Hörhilfe noch am Leben teilnehmen kann, den gleichen Betrag pro Ohr erstattet bekommt, wie jemand der fast taub ist.
Aber auch damit muss man zurechtkommen. Man kann dazu zwar hier einen Meinungsaustausch betreiben, aber nichts daran aendern.

Aber zum Thema: Grundsaetzlich hat ja auch der Arbeitgeber ein Interesse an einem uneingeschraenkt leistungsfaehigen Arbeitnehmer. Meiner wuerde sich zB an Mehrkosten beteiligen, sofern sie fuer meinen Job unabdingbar waeren.
uninteressant
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Re: Berufsbedingter Mehrbedarf

#50

Beitrag von uninteressant »

MatthiasM hat geschrieben:Aber zum Thema: Grundsaetzlich hat ja auch der Arbeitgeber ein Interesse an einem uneingeschraenkt leistungsfaehigen Arbeitnehmer. Meiner wuerde sich zB an Mehrkosten beteiligen, sofern sie fuer meinen Job unabdingbar waeren.
In einem Aktienunternehmen ist das eine romantische Illusion.

Wäre ich Firmeninhaber, ich würde das nicht zahlen. Wieso? Weil dann jeder ankommt mit seinen Wehwehchen und will einen Spezialstuhl, einen Lift-Schreibtisch, eine Lesebrille..... Bei mir gilt - jeder soll seinen fairen Lohn und einen Standard-Arbeitsplatz bekommen, für den Rest ist jeder selbst zuständig. Will jemand einen Lift-Schreibtisch kann er ihn gerne bei den zuständigen Behörden beantragen. Will jemand neue Hörgeräte? Krankenkasse und Rentenversicherung zahlen. Als Firmeninhaber bin ich nicht verpflichtet die Bequemlichkeit der Mitarbeiter zu finanzieren.
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