Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

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Umherwandernde
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Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#1

Beitrag von Umherwandernde »

Im Prinzip steht meine Frage schon im Betreff.

Am Dienstag war ich das erste mal bei einem Akustiker (er wurde mir von mehreren Leuten empfohlen).

Was soll ich sagen: Es ist erst mal alles Neuland für mich, die Hörtestest irgendwie auch anstrengend und ich muss mich erst mal einfinden.

Beim Lesen hier in den Foren kam mir nun o.g. Frage hoch.

Als ich beim Akustiker saß und es an die erste Geräteauswahl ging, zeigte die Frau mir ein einziges "Kassengerät". Eines von der wohl eher altmodischen Sorte, wie man sie noch von Oma und Opa kennt. Sie riet mir auch gleich von so einem Gerät ab, denn es wäre noch viel Technik in dem Teil, was man ins Ohr setzt verbaut, so dass es oft zur Reparatur müsse.

Als Alternative wurden mir dann HG mit Eigenanteil präsentiert.

Heute kam die Bewilligung der Krankenkasse. In dem Brief steht u.a. Dass der Akustiker verpflichtet ist mir individuell geeignete Systeme ohne eigenen Kostenanteil anzubieten.

Ich gehe anhand des Briefes davon aus, dass der Akustiker also mehr als ein zuzahlungsfreies Gerät anbieten müsste?

Wie ist das mit der Behauptung der Akustikerin bzgl. des mir gezeigten zuzahlungsfreien Gerätes? Ist da wirklich so viel Technik in dem Teil das ins Ohr gesetzt wird und nicht nur ein "Lautsprecher"?

Oder will die Dame mich auf Deutsch gesagt verar.....?

LG
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svenyeng
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#2

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Der Akustiker muss mindestens 2 zuzahlungsfreie Geräte anbieten.

Ich würde Dir aber empfehlen das Du Dich nicht auf zuuzahlungsfrei versteifst.
Frag erst mal nich nach Preisen, sondern teste erst mal viele Geräte von vielen Herstellern. Jeder Hörverlust ist individuell und nicht jeder kommt mit jedem Gerät zurecht. Es ist besser wenn man die Preise erst mal gar nicht weiß.
Natürlich sollen beim Test auch zuzahlungsfreie Geräte dabei sein.
Am besten ohne das man weiß welches Geräte zuzahlungsfrei ist und welches nicht. Dann ist man nicht voreingenommen.

Über die Kosten spricht man, wenn man das für sich optimale HG gefunden hat.
Das kann dann ja sogar ein zuzahlungsfreies sein, wenn man Glück hat.
Und wenn es Zuzahlung kostet, finde man auch einen Weg. Ich bin der Meinung das gutes Hören an 1. Stelle steht und nicht Geld sparen.
Im Notfalls besteht auch noch die Möglichkeit der 0% Finanazierung über max. 3 Jahre.

Das was Du meinst, sind Hörer im Ohr.
D.h. der Hörer, also der Lautsprecher sitzt nicht im Hörgerät selber, sondern und er Otoplastik die im Ohr ist. Das ist eine gute Sache und für die Verständlichkeit viel besser.

Gruß
sven
Dani!
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#3

Beitrag von Dani! »

Umherwandernde hat geschrieben: Als ich beim Akustiker saß und es an die erste Geräteauswahl ging, zeigte die Frau mir ein einziges "Kassengerät". Eines von der wohl eher altmodischen Sorte, wie man sie noch von Oma und Opa kennt. Sie riet mir auch gleich von so einem Gerät ab, denn es wäre noch viel Technik in dem Teil, was man ins Ohr setzt verbaut, so dass es oft zur Reparatur müsse.
Grundsätzlich stimme ich Sven da zu 100% zu. Dennoch würde ich mir an dieser Stelle einen anderen Akustiker suchen, wenn in der Nähe noch andere vorhanden sind.
Denn die Reparaturkosten eines “Kassengeräts" sind das Problem des Akustikers, nicht deins. Außerdem enthalten ausgerechnet solche Geräte gerade am wenigsten "Technik". Die Aussage ist demnach höchst unseriös und für mich ein Vertrauensbruch bereits zu Beginn. Das sage ich als jemand, der gutes Hören an höchster Priorität setzt und auch freiwillig gleich eins der teuersten Geräte gewählt hat.
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Umherwandernde
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#4

Beitrag von Umherwandernde »

Danke für Deine Hinweise.

Ich bin nicht auf zahlungsfrei versteift, hätte aber gerne mal ein vergleichbares getestet. Aber zwischen dem dort gezeigten zahlungsfreien und den anderen gezeigten Beispielen lagen Welten, so dass das zahlungsfreie eher abschreckend wirkte....

Die Dame hat mir auch sofort nach Abraten des zahlungsfreien Gerätes ein tolles HG angepriesen, dass sich mit dem Smartphone verbinden lässt.... Sowas brauche und will ich aber nicht.

Bzgl. der Otoplastik hat mir die Dame auch nur ein Expemplar gezeigt und mir als Alternative Schirmchen empfohlen. Dass es dazwischen auch noch Alternativen gibt, musste ich mir erst mal hier und im www zusammensuchen....

Derzeit habe ich ein Testgerät von Onicon (Como pro) mit offenen Schirmchen. So ganz schlecht finde ich die Schirmchen nicht, bin mir aber unsicher, ob ich die auf Dauer haben kann. Ich habe durch meine Pollenallergie sowieso schon immer wieder gereizte Gehörgänge und ich merke zumindest auf einer Seite, dass ich das Schirmchen immer wieder etwas herausziehen muss in Richtung Ohreingang, da es weiter unter den Gehörgang reizt.

Habe ich das richtig gesehen, dass es diese Otoplastiken auch offener gibt, als das mir gezeigte (das verschloss das gesamte Ohr). Sind diese Teile wirklich so reparaturanfällig?

Das derzeitige Testgerät ist ja recht klein. Welchen Vorteil hätte ein etwas größeres Hörgerät? Oder gibt es da keine Vor- oder Nachteile außer evtl. der Optik?

LG
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svenyeng
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#5

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Es gibt ganz kleine Otoplastiken.
Die habe ich auch und ich empfehle immer Plastiken.
Schirmchen sind someone Sache.
Mein Plastiken sitzen recht locker im Ohr.
Man versorgt heute sehr offen.

Gruß
sven
Dani!
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#6

Beitrag von Dani! »

Hallo Umherwandernde,
da du ja erst zum ersten Mal Hörgeräte anschaffst, gehe ich davon aus, dass du nur einen leichten bis mittleren Hörverlust hast. Das Eingangssignal muss dann nicht extrem verstärkt werden. Somit sind die aktiven Komponenten nicht groß. Das größte "Bauteil" ist dann die Batterie. D.h. es gibt keinen technischen Grund, dass die HGs größer sein müssten. Erst Recht nicht, wenn der Lautsprecher dann auch noch direkt im Gehörgang verlegt ist (RIC). Da du ja auf Bluetooth verzichtest/verzichten kannst und damit wohl auch auf sowas wie FM-Empfang oder T-Spule, dann ist da einfach nix, was Platz benötigt. Vor 30 Jahren war das einfach anders.
Meine HGs sind etwas größer, die müssen aber auch sehr viel leisten. Eben drahtlose Verbindung (kein internes Bluetooth bei mir), T-Spule, hohe Dauerverstärkungsleistung und mittelgroße Batterien (13er).
Wenn du finanziell nicht ganz auf Kante lebst, kann ich dir allerdings nur wärmstens empfehlen, dich auch mit drahtloser Kommunikation auseinanderzusetzen. In Kombination mit einem iPhone soll das richtig Spaß machen (ich habe nur Android). Macht aber auch nur dann Sinn, wenn du nach dem HG-Erwerb die HGs auch tatsächlich trägst und nicht in der Schublade belässt. Das ist bei vielen Neueinsteigern leider oft der Fall.
svenyeng hat geschrieben:Es gibt ganz kleine Otoplastiken.
Stimmt, darauf wollte ich ja auch noch eingehen.
Bzgl. Haltbarkeit: meine Otoplastiken halten länger als meine HGs. Sie sind also nicht reparatur"anfällig". Da für mich nur Otoplastiken in Frage kommen, die möglichst dicht verschlossen sind, kann ich dazu keine weitere Aussagen machen.
Andererseits, während der Anpassphase machen Schirmchen durchaus Sinn. Wer weiß, vielleicht sind Im-Ohr-Geräte (IdO) auch geeignet?
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Umherwandernde
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#7

Beitrag von Umherwandernde »

Ich habe auch ein Android Handy - habe mich nach deinem Hinweis aber trotzdem zumindest oberflächlich mal mit drahtloser Kommunikation befasst.... Aber ich denke nach wie vor, dass ich das nicht brauche... Telefoniere selten, sehe selten bis nie TV (lese lieber) und Musik höre ich auch nur zwischendurch so nebenher... Aber mein Mann - bräuchte er ein HG - wäre sicherlich dafür zu begeistern :D

Ich habe mir fest vorgenommen, nach Testung die von mir ausgewählten HG auch zu tragen :) denn ich sehe selbst die Notwendigkeit.

Aber erst mal ist testen testen testen angesagt.

werde mir die Akustikerin noch mal ein wenig zur Brust nehmen. Finde es schade, dass es gleich zu Anfang etwas krumm läuft, aber vielleicht wirds ja besser...
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Der Akustiker
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#8

Beitrag von Der Akustiker »

Je nach Krankenkasse muss der Akustiker eins oder zwei.

Allerdings sind ´die Vertragsgeräte der Krankenkasse keinesfalls schlecht oder reparaturanfällig. Die meisten haben recht aktuelle Technik und sind genauso stabil wie alle anderen.
Hören kann man mit jeden System...Verstehen nur, wenn das Gehirn es akzeptiert und trainiert ist! Akustiker aus Leidenschaft...
AlfredW
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#9

Beitrag von AlfredW »

Hallo,

bitte teste auch verschiedene Hörsituationen durch: Fernsehen, Telefonieren, Musikhören (Stichwort: Kopfhörer). Je nachdem ob Du dafür noch Zubehör brauchst, musst Du ein entsprechendes Hörgerät wählen. Manches Zubehör gibt es nur für bestimmte Technikstufen.

Es ist sinnvoll ein Hörtagebuch zu führen, indem Du vermerkst welche Hörsituationen mit dem Hörgerät gut bzw. weniger gut funktionieren. Am Ende der Testphase hast Du einen Überblick welches Gerät am besten für Dich geeignet ist.

Gruß

Alfred
bds Innenohrschwerhörigkeit ca. 80 dzb
Phonak Audeo R P50 13T UP + TV-Link
Umherwandernde
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#10

Beitrag von Umherwandernde »

Danke für die Hinweise.
Ich notiere mir, was gut war bzw. nicht gut - finde es aber trotzdem jetzt schon schwierig die Geräte gegeneinander zu vergleichen, obwohl ich gerade erst mein zweites ausprobiere.

Aber nach ein paar Tagen mit dem 2. ist das 1. schon wieder so weit in den Hintergrund gerückt, dass ich mir fast wünsche das erste zwischendurch "gegentesten" zu können...

Wie wird das erst bei 3, 4 oder evtl. noch mehr?

Ich denke mal, perfekt wird letztendlich keines sein, so wie ich es beim stöbern verstanden habe, wird es nie so ganz wie normales Hören sein. Ich denke zeitweise darüber nach, wieviel Kompromiss man eingehen muss....
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Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#11

Beitrag von Treehugger »

Beim ersten HG ist das wirklich schwierig.

Am Anfang war ich schwer begeistert, was man nun alles wieder hört.
Ich habe dann ein paar gerate probiert, die "Eingewöhnung" auf ein neues HG dauerte meist einen halben bis ganzen Tag.
Ohne das man sich etwas aufschreibt, hat man dann beim 3 Gerät fast alles vergessen.

Ich habe sogar nach einem halben Jahr nochmals das erste HG getragen, um sicher zu sein, da es nicht doch "DAS" ist.
War es aber nicht, nur die aufgeschriebenen Eindrücke waren mangels Vergleichbarkeit etwas euphorisch.

Also Notizen machen ist wirklich wichtig.

Treehugger
Hörer2018

Re: Wieviel "Kassengeräte" kann /sollte ein Akustiker im Angebot haben

#12

Beitrag von Hörer2018 »

Aufschreiben beim testen hilft, doch am Schluss wägt man ab. Oder glaubt abzuwägen. Ich habe schlussendlich einem altbekannten, renommierten Hersteller plus Automatic vertraut.
Die ein zwei drei häufigsten Hörsituationen müssen bedient sein.
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