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Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 19. Apr 2020, 12:09
von Robert Wilhelm
Fragen und Kommentar zu Phonak
A) Target
Ich programmiere meine Audeo B90R selbst und bin damit zufrieden, vor allem, weil ich regelmäßig Änderungen machen kann – man will ja auf dem Weg zu Optimierung gelegentliche Anpassungen vornehmen.
Was ich nicht verstehe, sind die Frequenzangaben in Target. 125 Hz als tiefste Frequenz im Audiogramm entspricht dem C. Mein Hörbereich geht aber normalerweise bis 20 Hz. Noch verwirrender ist die Darstellung im Bericht von Target. Da wird 310 Hz als Bassbereich angegeben. Die Frequenzen im Audiogrammdirekt sind auch nur sehr grob (aber beim HNO-ArztDiagramm wird dieselbe Einteilung gemacht). Eigentlich müsste man denken, dass Gehörschwächen schon zwischen 20 Hz und 20000 Hz differenzierter nachweisbar sein sollten. Wir haben schon vor 30 Jahren 30-bändige Equalizer benutzt, um die akustischen Eigenschaften von Turnhallen einzurauschen und zu korrigieren. Für mich sind da die 20 Targetbänder mit teilweise eben nicht mehr nachvollziehbaren Frequenzangaben halt unverständlich. Ich setze die Markierung nicht wenn ich den angegebenen Frequenzton gerade noch wahrnehme (wie beim Akustiker und Arzt vorgesehen, sondern wenn ich ihn bequem höre. Und in der 125 Hz mach ich ich noch etwas lauter. Funzt eigentlich ganz gut.
1. Bei der Bassboosteinstellung werden Frequenzen bis 1000 Hz angehoben. 1000 Hz – da muss sich eine Sopranistin schon ganz schön anstrengen!
2. Als Streamingprogramme gibt es nur Bluetooth Audio + Mic und Bluetooth Telefon. Ich würde mir noch ein oder 2 Programme zur Wahl wünschen. Beim Musikhören wünschte man sich mehr Bass, was beim Sprachverständnis eher stört. (Ich krieg den besseren Bass nur, wenn ich die 1mm- Vents in meiner Otoplastik mit einer g-Nylonsaite verschließe) – ist natürlich nur das Experiment, wenig praktikabel.
3. Positiv hervorheben will ich, dass mit TV-link selbst die nuschelnden Schnellsprecher in den Fernsehserien gut verständlich sind, und dass das Telefonieren mit Bluetooth mit beidseitigem Ton in den Ohrwascheln sehr vorteilhaft ist.
B) Phonak Preispolitik
1. Meine ersten Hörgeräte waren Phonak Ambra. Haben 6000 E gekostet. Musste 1400 zuzahlen. Habe eins 2015 verloren. Bei der Recherche hab ich herausgefunden, dass die Gräte veraltet sind. Hab dann im Internet Boleros für 500 E gekauft. Mit der Zeit ging mir das Batteriegefummel auf den Geist. Hab dann herausgefunden, dass Audeos mit Akkus betrieben werden können. Hab mir die in England für 1200 gekauft und bin sehr zufrieden damit, zumal ich von der Beihilfe 70% gekriegt hab. Als ich anfragte, ob ich die im Ausland kaufen dürfe, wollten die nur eine neue HNO-Verordnung und natürlich die Rechnung. No Problem. Marvel leiste ich mir im Moment nicht, wahrscheinlich müssen noch ein paar Jährchen vergehen. Ambras tät man in der Zwischenzeit so um 200 E im Netz finden. So `ne Inflation hat man nicht Mal bei einem Neuauto.
2. Mit den Boleros stellte sich heraus, dass die nicht mehr mit Icube I und Compilot I kompatibel sind. Die II-er Versionen hab ich dann in Amerika billig gekauft. Jetzt mit den Marvels kannst Du Icube II vergessen, brauchst Noahlink wireless; Compilot und TVlink brauchst ja sowieso nicht mehr.
3. Eins von meinen Audeos hat letztes Jahr nicht mehr zuverlässig funktioniert. Denke, dass der Akku nicht mehr echt war. Reparatur hat 295 E gekostet. Als ich beim AKU nachfragte, was ein Ersatz des Akku bei dem anderen Gerät kosten würde - 295 E.
Erinnert mich irgendwie an Kaffeefahrten…
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 19. Apr 2020, 15:30
von Ohrenklempner
Der Frequenzbereich lässt sich nur dort einstellen, wo das Hörgerät auch ein Signal erzeugen kann. 100-8000 Hz sind alles, was geht.
Zu den anderen Punkten muss ich sagen (obwohl ich kein Freund von Phonak bin), dass das bei jedem Hersteller so ist. Es kommen alle 1-2 Jahre Nachfolgemodelle auf den Markt, da ist es klar, das die älteren billig verramscht werden. Angebot und Nachfrage.
Reparatur und Akkutausch ist das gleiche. Nennt sich Reparaturtausch. Du bekommst als Ersatz ein neues Gerät. Darum kostet es das gleiche.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 19. Apr 2020, 15:43
von Robert Wilhelm
Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Als ich die AKU nach dem Aktualisierungsintervall fragte, meinte sie "ein halbes Jahr".
Aber es ist ja eigentlich nur positiv zu bewerten, wenn da immer noch eine Entwicklung stattfindet.
Ich bin mit meinen Audeos, wie gesagt, voll zufrieden. Ist schon ein großer Unterschied zu Ambra und auch zu Bolero (die nehm ich als Ersatz), bloß das Gebammel vom Compilot stört manchmal.
Dass die Geräte gar nicht repariert werden, sondern ausgetauscht, hab ich mir fast gedacht.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 19. Apr 2020, 16:44
von Ohrenklempner
Wo ich dir aber beipflichte, ist die Kritik am Zubehör. Bei Widex ist es zum Beispiel so, dass auch das Dex-Zubehör, welches 2011 mit Widex Clear eingeführt wurde, auch noch mit Widex Moment (2020) funktioniert.
Verständlich ist aber, dass die Hersteller eher auf Bluetooth setzen und daher ihr eigenes Funkprotokoll zunehmend auslaufen lassen. Bleibt zu hoffen, dass die aktuellen BT-Zusatzgeräte auch in fünf Jahren noch mit aktuellen Modellen arbeiten.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 19. Apr 2020, 19:52
von Dani!
Was den Frequenzbereich betrifft: meine Naidas erzeugen Töne bis unter 20 Hz (was ist eigentlich Htz?) Der Ton ist satt aber auch nur bei verschlossener Otoplastik. Und das ist bei mir dauerhaft. Warum such nicht? HGs dind Kompromisse und können derzeit nicht brillianten Musikgenuss und gleichzeitig optimal Sprache wiedergeben. Und das auch noch für ein breites Kundenspektrum.
Auch bei Bluetooth Programmen muss man kompromisse machen, denn die wenigsten wollen sich ständig mit ihren HGs auseinandersetzen - sie müssen einfach funktionieren.
Was iCube und Abwärtskompatibilität betrifft: diese Dinger sind für den Akustiker gedacht, der sie im Idealfall täglich mehrmals benutzt. Und der Rest ist auf 5-6 Jahre ausgelegt, das passt dann für die alkermeisten.
Ich hab zwar Phonsk, bin jetzt aber such nicht übermäßig glücklich mit deren Politik.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 07:36
von Robert Wilhelm
(was ist eigentlich Htz?)
Sorry, mein Fehler. Die Abkürzung für "Hertz" ist natürlich "Hz".
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 08:24
von Frank-D
Hallo Robert,
Robert Wilhelmn hat geschrieben:
1. Bei der Bassboosteinstellung werden Frequenzen bis 1000 Hz angehoben. 1000 Hz – da muss sich eine Sopranistin schon ganz schön anstrengen!
Was Musik-Töne angeht stimmt das natürlich. In der Sprache liegen die Konsonanten natürlich immer deutlich höher. Also auch wenn der Bass ganz tief singt, hat er viele höhere Töne mit drinn, so dass man die Wörter unterscheiden kann (man hört ja mehr als die Töne). Man sieht einfach, dass Hörgeräte nicht so auf Musik, sondern eher auf Sprache ausgelegt sind. Aber auch in der Musik gibt es je mehr als die dominante Tonhöhe, sondern man kann einzelne Instrumente unterscheiden.
Danke für das Teilen der Erfahrungen.
Grüße Frank
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 08:48
von Robert Wilhelm
Man sieht einfach, dass Hörgeräte nicht so auf Musik, sondern eher auf Sprache ausgelegt sind.
Das ist ja auch gut so. Ich habe einen wasserdichten MP3-PLayer zum Schwimmen. Dessen Membran ist auch nicht größer als die von meinen Hörgeräten, aber der hat einen super Musikklang. Da wundert man sich halt, dass so ein 6000-€-Teil mit einem 50-€-Teil nicht mithalten kann. Natürlich kann ich durch Programmieren den Basssound verbessern, aber Sprache dröhnt dann halt wie im Autoradio. Das will ich auch nicht. Deshalb würde ich mir ja ein alternatives Streamingprogramm wünschen.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 10:56
von Frank-D
ja, wenn man Preise und Funktion der Hörgeräte mit anderen Audiosachen verlgeicht, wundert man sich oft.
Mir wäre auch lieber, wenn anders abgerechnet würde und der Hörgeräteakustiker nicht seine ganzen, sehr wertvollen Dienstleistungen über die Marge bei den Hörgeräten reinholen. Das macht den Markt sehr intransparent. Durch diese Bezahlstrukturen sind die Anforderungen von Hörgerätehersteller, Akustiker und Kunde leider oft nicht im Einklang.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 11:00
von Dani!
Wenn du satten Bass haben willst, dann musst du zwangsweise die Gehörgänge dicht machen, so wie bei den Hörern des 50€-Teils ja auch. Du kannst schlicht und ergreifend nicht fordern, einen bombastischen Sound zu haben und gleichzeitig eine Belüftung haben. Das funktioniert physikalisch einfach nicht. Und zum Geier warum werden Hörgeräte mit einfachen Lautsprechern verglichen? Ein 300.000€ Lkw bringt auch nicht dieselbe Beschleunigung auf die Straße oder dasselbe Gefühl von Freiheit wie ein 3000€ Billigmotorrad, obwohl er das 100fache kostet.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 11:35
von Robert Wilhelm
musst du zwangsweise die Gehörgänge dicht machen, so wie bei den Hörern des 50€-Teils ja auch
Schon klar, weiß ich. Als ich die
Otoplastiken beantragte, sagte ich der Akustikerin, dass ich mit den Powerdomes einen ganz zufriedenstellenden Musiksound hätte. Sie erklärte mir gleich, dass dies wegen der Vents mit den Otoplastiken nicht gelingen würde. Ich empfinde die Belüftung aber bequem, und muss die Kröte halt schlucken.
Will trotzdem nochmal darauf hinweisen, dass ein zweites Streamingprogramm mit veränderten Einstellungen, vorteilhaft wäre.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 20. Apr 2020, 12:08
von Frank-D
Dani! hat geschrieben:Wenn du satten Bass haben willst, dann musst du zwangsweise die Gehörgänge dicht machen, so wie bei den Hörern des 50€-Teils ja auch. Du kannst schlicht und ergreifend nicht fordern, einen bombastischen Sound zu haben und gleichzeitig eine Belüftung haben. Das funktioniert physikalisch einfach nicht. Und zum Geier warum werden Hörgeräte mit einfachen Lautsprechern verglichen? Ein 300.000€ Lkw bringt auch nicht dieselbe Beschleunigung auf die Straße oder dasselbe Gefühl von Freiheit wie ein 3000€ Billigmotorrad, obwohl er das 100fache kostet.
Naja, mein Headset von Plantronics hat 4 Mikrofone vom Feinsten. Der rechnet Rauschen, Umgebungsgeräusche raus etc. dass es eine Freude ist. Und das kostet ca. 100 €.
Und eine Frequenzkurve einstellen, das ist uralte Technologie.
Klar die Stückzahlen sind da geringer und natürlich gibt es bestimmt spezifisches Know-how. Z.B Frequenzen verschieben. Und es hat sich auch einiges getan, besonders, was die automatische Anpassung, Szenenerkennung etc. betrifft.
Aber wenn das Know-how wirklich so wichtig wäre, gäbe es nicht so viele Herstellen und die Hersteller würde nicht so viele verschiedene Versionen anbieten. Einfach weil die Entwicklungskosten dann viel zu hoch wären. Es geht bei vielen Herstellen aber nicht primär um die Entwicklung, sondern nur darum ein gutes Upselling zu unterstützen. Gezwungermaßen, weil die Aukustiker nicht einfach transpartent für ihre wichtige Dienstleistung bezahlt werden. Das ist schade, für alle Beteiligten.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 21. Apr 2020, 12:41
von Jonny
Könnte man nicht Stöpsel herstellen um die Belüftungsbohrungen für besonderen Musikgenuss einfach zu schließen? Also irgendwie mit ner Schnur verbunden damit sie nicht verloren gehen.... hat das vielleicht schon mal jmd gemacht?
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 21. Apr 2020, 17:08
von Dani!
Frank-D hat geschrieben:Aber wenn das Know-how wirklich so wichtig wäre, gäbe es nicht so viele Herstellen und die Hersteller würde nicht so viele verschiedene Versionen anbieten.
Vielleicht liege ich ja falsch, aber meines Wissens gibt es de Fakto nur 6 verschiedene Hersteller und damit Prozessoren. Die einzelnen Varianten sind nur abgespeckte Features vom Hauptentwicklungszweig. Ist ja bei der Motorenentwicklung bei den deutschen Herstellern auch nicht viel anders: 1 Motor, 3-5 verschiedene Leistungsklassen je nach dem was im Chip freigeschaltet ist - derselbe(!) Motor kostet dann auch gerne mal 5000€ mehr.
Ich kann deinen Wunsch nach mehr Programmen (mit was auch immer) gut verstehen - hatte dasselbe Bedürfnis schließlich auch. Aber je mehr so ein Chip kann, desto mehr Energie verbraucht es, auch wenn es nicht genutzt wird. Und genau damit muss der Hersteller äußerst sparsam umgehen. Immerhin bot Phonak bis zur Belong-Plattform (vor Marvel) zwei verschiedene Bluetooth-Programme für Musik und Telefonie. Für meine fritzapp hätte ich gern ein zweites "Musik"-Programm gehabt, da dafür nicht das Telefonie-Programm benutzt wurde.
Jonny hat geschrieben:Könnte man nicht Stöpsel herstellen um die Belüftungsbohrungen für besonderen Musikgenuss einfach zu schließen? Also irgendwie mit ner Schnur verbunden damit sie nicht verloren gehen.... hat das vielleicht schon mal jmd gemacht?
Ich hab mir Zahnpasta in die Belüftung geschmiert, um es wieder rausmachen zu können. Hab das 1 Jahr drin gehabt und dann belüftungslose Weichsilikonotoplastiken anfertigen lassen. War damit sehr zufrieden, da ich ohnehin hochgradig schwerhörig war. Jetzt mit 1
CI klingt alles so schräg, dass ich am liebsten das
HG weglasse und das auch meistens mache.
Ich glaube, Ohrenklempner (oder ein amerikanisches Forum) hat mir mal einen Link geliefert, in dem allerdings das Plastikteil zum Verschließen der Öffnung lose drinsteckt ohne Sicherheitsschnur. Ist für mich allerdings keine Alternative. Ich dachte da eher an sowas wie eine Wasserhahn-Kugel, also durch Drehen das Ventil offen oder geschlossen halten.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 22. Apr 2020, 00:45
von Robert Wilhelm
zwei verschiedene Bluetooth-Programme für Musik und Telefonie.
Wie hast Du das gemanagt, dass das erste Bluetoothprogramm für Musik geeignet war?
Bei mir ist das allgemein Bluetooth, d.h. TV-link, Handy, PC. Vom Frequenzgang ist es natürlich auch bedingt für Musik geeignet.
Wenn das Telefon klingelt, wird der Compilot automatisch verbunden. Nach Beendigung des Telefonats hab ich dann wieder die vorherige Verbindung.Bei Target ist ein +Zeichen bei den Bluetoothprogrammen, ein zusätzliches
BT-programm lässt sich aber nicht aktivieren. Wegen der Spracheinstellung im Telefonprogramm würde sich dies ja für TV-link auch eignen. Lässt sich aber nicht gesondert anwählen.
Re: Anmerkungen zu Phonak
Verfasst: 22. Apr 2020, 07:39
von Dani!
Im Naida B (und V) werden 2 unterschiedliche Bluetooth-Protokolle unterstützt: A2DP (Medienwiedergabe) und HFP (Telefonie). Je nachdem welches dieser Protokolle das z.B. Smartphone auswählt, dementspechend wird das Bluetooth-Programm im Naida B ausgewählt. Die fritzapp entscheidet sich bei mir leider für A2DP, ich kann die Auswahl nicht beeinflussen.
Marvel kennt meines Wissens nur 1 Bluetooth-Programm, da geht dann die Unterscheidung nicht.