Gleichstellung im Bewerbungsprozess

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deaf_tom
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Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#1

Beitrag von deaf_tom »

Da es hier sicherlich einige gibt, die mit diesem Thema schon Erfahrungen gesammelt haben, möchte ich folgende Frage stellen:

Wie handhabt ihr das Thema "Gleichstellung mit Schwerbehinderten" bei Bewerbungen?

Vor kurzem wurde mein Antrag auf Gleichstellung genehmigt. Aktuell bin ich in der Bewerbungsphase für einen neuen Job bei einem anderen Arbeitgeber.

Die Bewerbung habe ich online eingereicht. In dem entsprechenden Webformular wurde unter anderem abgefragt, ob eine Schwerbehinderung vorliegt. Da es kein Pflichtfeld war, habe ich zunächst auf die Beantwortung verzichtet.

Ist das etwas, das ich im anstehenden Bewerbungsgespräch aktiv ansprechen sollte?

Meine primäre Motivation für den Antrag auf Gleichstellung war, dass mein derzeitiger Arbeitgeber Personal abbaut und deshalb nach Gründen sucht, um sich von einer vordefinierten Anzahl an Mitarbeitern zu trennen.
Dieser Grund würde natürlich beim eventuellen neuen Arbeitgeber entfallen. Daher gibt es aus meiner Sicht erstmal keinen Grund, die Gleichstellung zu thematisieren.

Wie sehr ihr das? Habt ihr ggf. schon Erfahrungen damit gemacht?
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gereon
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1

Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#2

Beitrag von gereon »

Wenn in der Stellenauschreibung explizit erwähnt wird, dass Schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Personen bei gleicher Eignung bevorzugt werden, würde ich die Gleichstellung im Bewerbungsprozess mit angeben. Ansonsten erst später erwähnen.
Also hat sich an Deiner Situation (Großraumbüro mit viel Telefonie) trotz der genehmigten Gleichstellung beim bisherigen Arbeitsgeber nichts geändert bzw. hat sie sich sogar noch verschlimmert?
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deaf_tom
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#3

Beitrag von deaf_tom »

Aktuell bin ich aus einem anderen Grund noch krankgeschrieben, daher war bisher keine Veränderung möglich.

Grundsätzlich bin ich aber aus verschiedenen Gründen schon länger auf der Suche nach einer Alternative. Bisher bin ich bei meinen Bewerbungen immer am Alter gescheitert.
Daher war der Hauptgrund der Gleichstellungsantrag, dass ich mich aufgrund regelmäßig wiederkehrender Entlassungswellen beim aktuellen Arbeitgeber möglichst gut absichern wollte, da meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus dem genannten Grund offensichtlich relativ gering sind.

Im aktuellen Fall wurde ich aber von dem potenziellen neuen Arbeitgeber angesprochen, ob ich Interesse an einem Wechsel habe, da dort jemand mit exakt meiner Qualifikation benötigt wird.

Da das wohl bis auf weiteres meine einzige Chance ist, meiner bisherigen Situation zu entkommen, möchte ich im Laufe der Bewerbung keine unnötigen Risiken eingehen.
Der mögliche neue Arbeitgeber hat es so formuliert, dass Alter, Behinderungen, etc. kein Hindernis darstellen. Es gibt aber definitiv keine Bevorzugung dieser Gruppen.

Deshalb bin ich am Überlegen, das Thema unter den Tisch fallen zu lassen, da ich auch nicht davon ausgehe, mich dort zeitnah gegen einen möglichen Jobverlust absichern zu müssen. Zudem komme ich in absehbarer Zeit in ein Alter, wo ich dann auch andere Optionen habe, sollte es dort wider Erwarten irgendwann doch "unfreiwillig" zu Ende gehen.

Solange ich die Gleichstellung nicht geltend machen will, müsste es doch eigentlich egal sein?
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Lohrling
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#4

Beitrag von Lohrling »

Tom, ich weiß nicht genau, ob ich alle Infos von dir und deinem Job mit der zugehörigen Problematik noch richtig im Kopf habe. Was mir dazu einfällt:

Du bräuchtest doch schon spezielle Bedingungen für einen "gesunden" Arbeitsplatz - war das nicht möglichst ein eigenes kleines Büro, oder so ähnlich? Oder auch entsprechende Technik, oder wenigstens einen möglichst großen Anteil Homeoffice, oder?

Wenn du von dem potenziellen Arbeitgeber angesprochen wurdest, würde ich offen meine Vorstellungen bezüglich Arbeitsplatz mitteilen. Du verlangst ja nichts utopisches und mit (weitgehender) Erfüllung deiner Vorstellungen könnte dir der neue Arbeitgeber einen Wechsel schmackhaft machen.
Nicht dass du vom Regen in die Traufe kommst...
Aber sicher kannst du das besser einschätzen - ist nur eine Anregung
Wünsche dir jedenfalls, dass es so wird wie du dir es wünscht.😉
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svenyeng
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#5

Beitrag von svenyeng »

Hallo!

Ich halte es für falsch das unter den Tisch zu kehren.
Das kommt doch eh raus, alleine schon weil du Hilfsmittel am Arbeitsplatz benötigen wirst.
Eine Probezeit hast Du auch und da hilft auf kein Schwerbehindertenausweis, denn in der Probezeit kann ohne Angaben von Gründen gekündigt werden.
'Und genau das unter den Tisch kehren ist dann ein Grund für eine Kündigung und dann bist Du arbeitslos.

Da Du vom neuen potentiellen Arbeitgeber angesprochen wurdest und dort auch eine Behinderung kein Problem ist, würde ich drüber sprechen.

Gruß
sven
Birkbot
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#6

Beitrag von Birkbot »

Du musst deine Schwerbehinderung im Beruf nicht erwähnen, darfst dann aber auch nicht erwarten, dass du Vorteile wie den besseren Kündigungsschutz erhältst. In der Bewerbungsphase würde ich bei Bewerbungen für den öffentlichen Dienst auf jeden Fall die Schwerbehinderung erwähnen, bei vielen Großkonzernen auch.
Ab einer gewissen Größe sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine gewisse Anzahl an Schwerbehinderten zu beschäftigen, ansonsten müssen sie eine Strafgebühr zahlen. Das kann durchaus motivierend sein.
Ich hatte mal ein eher unangenehmes Vorstellungsgespräch, bei dem der (sichtlich beleidigte) Geschäftsführer mich fragte, warum ich meine Hörgeräte nicht in der Bewerbung angegeben hätte. Meine Antwort, ob er seine Brille in einem Bewerbungsschreiben erwähnen würde, fand er wohl auch nicht zielführend. Aber zu dem Zeitpunkt war uns beiden schon klar, dass wir beide nicht zusammenkommen würden - das Gehaltsangebot war deutlich zu niedrig...
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deaf_tom
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#7

Beitrag von deaf_tom »

@svenyeng
Zum einen habe ich keinen Schwerbehindertenausweis, sondern nur eine Gleichstellung und zum anderen brauche ich keine Hilfsmittel im eigentlichen Sinne.

Also ist es für den neuen Arbeitgeber im Grunde irrelevant.
Der einzige Vorteil einer Gleichstellung wäre aus meiner Sicht der etwas bessere Kündigungsschutz, der aber ohnehin eher schwach ist, weil Kündigungen mit diversen anderen Begründungen weiterhin ohne Einschränkungen möglich sind.

Bei dem möglichen neuen Arbeitgeber sehe ich dadurch ohnehin keinen Vorteil, da dort noch nie Personal abgebaut wurde und in nächster Zeit kein solcher Trend erkennbar ist.
Mittelfristig habe ich dann sowieso andere Optionen und würde in einem solchen Fall auch nicht mehr um meinen Arbeitsplatz kämpfen.

Die Gleichstellung habe ich hauptsächlich deshalb beantragt, weil bei meinen jetzigen Arbeitgeber bereits mehrere Entlassungswellen stattgefunden haben und bereits weitere, jährliche Wellen angekündigt wurden (incl. dem Prozentsatz der Belegschaft, der jeweils betroffen sein wird).

Daher sucht man wohl regelmäßig und gezielt nach möglichen Kandidaten, die sich dafür aus verschiedensten Gründen qualifizieren.

Alle meine Bewerbungen in den letzten Jahren waren erfolglos. Da deshalb meine Optionen sehr begrenzt wären, falls ich durch meine gesundheitliche Einschränkung auf die Liste geraten sollte, wollte ich mit der Gleichstellung mein Risiko in dieser Situation etwas reduzieren.
Unter anderen Umständen hätte ich den Antrag wohl nie gestellt.

Also kurz gesagt, landet der Bescheid im Falle eines Jobwechsels wohl endgültig in der Schublade, weil der Zweck, für den ich ihn beantragt habe, dann entfällt.

Deshalb auch meine Frage, welche Erfahrungen ihr bei Bewerbungen gemacht habt? War eine vorhandene Gleichstellung da schon mal ein Problem? Oder war das kein großes Thema?
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deaf_tom
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#8

Beitrag von deaf_tom »

@Birkbot
In meinem Fall glaube ich nicht, dass der neue Arbeitgeber eine besondere zusätzliche Motivation benötigt.

So, wie es für mich aufgrund meiner Spezialisierung schwierig ist, einen neuen Job zu finden, hat der neue Arbeitgeber Probleme, geeignete Kandidaten zu finden, weil Menschen mit dieser Qualifikation auch eher selten sind. Die Stelle ist schon länger ausgeschrieben und man hat offensichtlich bisher niemanden dafür finden können.

Wenn ich die Stellenausschreibung lese, sehe ich eine 100%ige Übereinstimmung meiner Qualifikation mit den Anforderungen. Also dürfte die fachliche Ebene eher kein Problem darstellen.
Nur möchte ich unbedingt vermeiden, durch "Nebenkriegsschauplätze" eine positive Entscheidung unnötig zu gefährden.

Besondere Privilegien möchte ich bei dem neuen Arbeitgeber auch eigentlich gar nicht haben.
Die Gleichstellung habe ich primär als Absicherung in meinem aktuellen Umfeld verstanden, weil ich meine derzeitige Position langfristig gefährdet sehe und auch nach unzähligen Bewerbungen keine Optionen für einen Jobwechsel erkennbar waren.

Deshalb bin ich auch unsicher, wie ich damit umgehen soll. 😉
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Neela
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#9

Beitrag von Neela »

Keine Erfahrung in Bezug auf Gleichstellung, da mir erst im Herbst, als ich mich mit dem CI beschäftigt habe, aufgefallen ist, dass ich einen SBA beantragen könnte. Aber ich bewerbe mich seit Jahren auf Vollzeitstellen und erkläre meist auch erst im Gespräch, dass ich nicht Vollzeit arbeiten möchte wegen der Kinder.
Brauchst du denn irgendetwas Bestimmtes von deinem neuen Arbeitgeber, um den Job machen zu können? Also Equipment, Umgebung, Homeoffice? Dann würde ich genau das im Gespräch thematisieren.
deaf_tom
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Registriert: 6. Apr 2025, 15:23

Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#10

Beitrag von deaf_tom »

Der neue Job wäre überwiegend im Home Office. Dort habe ich sowieso keine Probleme.
Schwierig wird es für mich nur, wenn es z.B. im Großraumbüro dauerhaft sehr laut ist, während ich telefoniere.
Helfen würde mir in der Situation aber weniger technisches Equipment als eine etwas ruhigere Ecke.
Ob das dort aber überhaupt ein Thema ist, muss ich noch herausfinden.
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gereon
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#11

Beitrag von gereon »

Dann viel Erfolg bei Deinen Bewerbung bzw. Jobwechsel
Hochgradig schwerhörig (rechts), links an Taubheit grenzend schwerhörig, Schwerhörig seit Geburt, aber Hörschädigung erst mit fünf festgestellt. Zeit Mai 2021 mit Phonak Naida Marvel 30 SP versorgt
Lohrling
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#12

Beitrag von Lohrling »

deaf_tom hat geschrieben: 8. Jan 2026, 22:51 Der neue Job wäre überwiegend im Home Office. Dort habe ich sowieso keine Probleme.
Schwierig wird es für mich nur, wenn es z.B. im Großraumbüro dauerhaft sehr laut ist, während ich telefoniere.
Helfen würde mir in der Situation aber weniger technisches Equipment als eine etwas ruhigere Ecke.
Ob das dort aber überhaupt ein Thema ist, muss ich noch herausfinden.
Ich würde schon offen damit umgehen.

Vielleicht kannst du es so formulieren, dass dir das Homeoffice sehr entgegenkommt, falls du jedoch in der Firma arbeiten sollst würdest du dafür wegen deiner Höreinschränkung um einen ruhigen Arbeitsplatz bitten. Mit dieser Zusage steht einem Wechsel nichts entgegen....

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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#13

Beitrag von Dani! »

Ich halte es für falsch das unter den Tisch zu kehren.
Was heißt schon "unter den Tisch kehren".
Wenn *ich* eine Bewerbung schreiben würde, würde ich meine Hörprobleme im ersten schriftlichen Kontakt erwähnen. Dies aber deshalb, weil sie in meinem Fall schon auch eine Einschränkung auch für den Arbeitgeber ist. Tom hingegen hat "nur" eine Gleichstellung, Durchaus möglich, dass für ihn die allermeisten Situationen kein Problem Aufgrund der Hörschädigung darstellen. Warum sollte man das dann auch extra erwähnen, wenn es für den Arbeitgeber aller Voraussicht nach keine Einschränkung darstellt? Das erhöht nur unnötig die Skepsis des Verantwortlichen.
Die Hörschädigung sollte meiner Meinung nach in einem persönlichen Gespräch dann aber zumindest erwähnt werden. Hier kann sich der Arbeitgeber ein reales Bild davon machen, welche Auswirkung es hat.
Immer muss man alles selber machen lassen
Dominik
R: 20.2.20: Med-el Sonnet2
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deaf_tom
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#14

Beitrag von deaf_tom »

@Dani!
So ist es.

In persönlichen Gesprächen habe ich bei Nutzung der Hörgeräte keinerlei Einschränkungen.
Schwierig ist für mich nur, wenn ich in lauter Umgebung telefonieren muss. Das ist bei meinem derzeitigen Job dauerhaft der Fall, zumindest an den Tagen, an denen ich im Büro bin.

Daher überlege ich, im Bewerbungsgespräch zu erfragen, ob man dort ebenfalls im Großraumbüro arbeitet und wenn ja, mit wie vielen Kollegen. In dem Kontext kann ich ja erwähnen, dass es für mich wegen der Hörgeräte besser ist, wenn es am Arbeitsplatz nicht zu laut ist.
Daher gibt es für den möglichen neuen Arbeitgeber keine echte Einschränkung.

Bleibt eben die Frage, ob ich die Gleichstelllung ansprechen sollte oder nicht.

Um es etwas deutlicher zu machen:
Ich komme aus einem Umfeld, wo ein solcher Hinweis im Vorstellungsgespräch eher negativ aufgefasst wird, da der Arbeitgeber damit von Anfang an weiß, dass eine Kündigung nach der Probezeit schwieriger wird als bei anderen Kollegen. Da man im Hinblick auf einen möglichen Personalabbau immer so flexibel wie möglich bleiben möchte, würde dieser Hinweis mit ziemlicher Sicherheit direkt zur Ablehnung des Bewerbers führen.

Vielleicht lasse ich mich im Gespräch auch einfach von meinem Bauchgefühl leiten. Wenn der Hinweis auf die HGs positiv aufgenommen wird, kann ich die Gleichstellung ansprechen. Falls die Reaktion eher reserviert ausfällt, würde ich das Thema vermeiden.
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Wattwurm
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Re: Gleichstellung im Bewerbungsprozess

#15

Beitrag von Wattwurm »

@deaf_tom hat geschrieben:Vielleicht lasse ich mich im Gespräch auch einfach von meinem Bauchgefühl leiten.
So würde ich es machen. 🙂

Man darf nie vergessen, dass sich das Gegenüber u.U. nicht so mit der Einschränkung „auskennt“ wie man selbst. Genau wie bei vielen Krankheiten ist eine Hörschädigung oder Schwerhörigkeit für jemanden, der selbst keine hat und niemanden kennt immer das Gleiche. Ist aber ja nicht so. Für den einen gibt es mit Hörhilfen keine Einschränkungen, für andere ist es trotz Hörhilfen schwierig usw. Im persönlichen Gespräch hat man dann aber schon gezeigt, ob und wie weit man eingeschränkt ist oder nicht. Man vermeidet eine vorgefasste Meinung vor dem Gespräch. Und im Gespräch kann man dann den Bauch entscheiden lassen, ob es überhaupt relevant ist, eine Gleichstellung zu erwähnen. Oder lieber nicht. Oder am Rande „aus Fairenessgründen sollte ich noch sagen, dass …“.

Viel Erfolg Tom. 🙂
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